Haus der Geschichte Baden-Württemberg

„15:14“: Stuttgarter Hörspiel nominiert für Grimme Online Award

Das interaktive Hörspiel „15:14“ erzählt von NS-Tätern und ihren Opfern im „Hotel Silber“, der früheren Stuttgarter Gestapo-Zentrale. Nun winkt dem spannenden Projekt sogar ein Grimme Online Award.

Die Gedenkstätte „Hotel Silber“ in Stuttgart

Die Gedenkstätte „Hotel Silber“ in Stuttgart

Von red/dpa

Das interaktive Hörspiel „15:14“ des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg ist für den Grimme Online Award 2022 nominiert. Es handelt davon, wie im Stuttgarter „Hotel Silber“ nach der NS-Zeit 15 ehemalige Verfolgte und 14 frühere Verfolger bei der Kriminalpolizei zusammenarbeiteten. Mit dem renommierten Preis zeichnet das Grimme-Institut seit dem Jahr 2001 qualitativ hochwertige Online-Angebote aus. Die Sieger werden bei der Verleihung am 23. Juni in Köln bekannt gegeben.

Das Hörspiel ist auf der Internetseite www.15zu14.de abrufbar. Das Haus der Geschichte hat es anhand von Quellen und tatsächlichen Ereignissen gemeinsam mit der Stuttgarter Agentur Klangerfinder als innovative akustische Spurensuche konzipiert. Es erzählt die Geschichten von Männern, deren Wege sich mehrmals im „Hotel Silber“ kreuzten. Zuerst trafen verhaftete Widerstandskämpfer und Gestapo-Beamte als Verfolgte und Verfolger in der Gestapo-Zentrale aufeinander. Nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur kehrten Männer beider Seiten in das Gebäude zurück – und arbeiteten als Kollegen Tür an Tür bei der Kriminalpolizei. Mit „15:14“ macht das Haus der Geschichte ihre unterschiedlichen Lebensläufe, ihre Konflikte, ihr Selbstverständnis, ihre Perspektiven erlebbar.

Insgesamt sind 27 Onlineangebote für den Grimme Online Award 2022 nominiert. Vor allem im Audiobereich seien „oft starke investigative Rechercheleistungen zu relevanten gesellschaftlichen Themen“ herausgestochen, erklärte die Nominierungskommission bei der Vorstellung im Kölner Mediapark. So hätten zum Beispiel im Bereich Klima-Berichterstattung viele Formate überzeugt. Zudem wurde die Ukraine-Berichterstattung des „Katapult“-Magazins hervorgehoben.

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Erstellt:
27. April 2022, 17:22 Uhr
Aktualisiert:
28. April 2022, 09:22 Uhr

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