ZKM Karlsruhe

Der neue Leiter kommt aus Manchester

Peter Weibel leitet seit 1999 das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien ZKM. Er hat alles getan, damit er seinen Posten nicht räumen muss. Doch nun steht sein Nachfolger fest.

Alistair Hudson übernimmt im nächsten Jahr das ZKM in Karlsruhe.

© dpa/Uli Deck

Alistair Hudson übernimmt im nächsten Jahr das ZKM in Karlsruhe.

Von Adrienne Braun

Das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe erhält eine neue Leitung. Der Stiftungsrat hat sich auf den britischen Kurator und Museumsleiter Alistair Hudson geeinigt, der am 1. April 2023 die Leitung von Peter Weibel übernehmen wird. Der 53-jährige Kunsthistoriker ist seit 2018 Direktor des städtischen Museums Manchester Art Gallery und leitet zudem das Ausstellungshaus The Whitworth, das zur Universität Manchester gehört.

Weibel wollte seinen Stuhl nicht räumen

Nach mehreren gescheiterten Versuchen ist damit gelungen, den Posten des wissenschaftlich-künstlerischen Leiters neu zu besetzen. Der 78-jährige Weibel, der das ZKM seit 1999 führt, hatte immer wieder die Verlängerung seines Vertrags erwirkt. Vor zwei Jahren mobilisierte er Künstler, die eine Unterschriftenaktion zu seinem Bleiben starteten. Die zuständigen Gremien hielten die Situation damals für zu angespannt, weshalb sie Weibels Vertrag erneut um weitere drei Jahre verlängerten.

Alistair wurde in Manchester zum Gehen aufgefordert

Er wolle die Arbeit von Peter Weibel fortsetzen, erklärte Alistair Hudson nun bei seiner Vorstellung in Karlsruhe. Hudson steht für eine Vorstellung von Kunst, die nicht allein Objekt der Betrachtung ist, sondern auch nützlich sein kann. Nach seinem Studium war er zunächst in der Galerie Anthony d’Offay in London tätig und wurde danach Kurator für die britische staatliche Sammlung. Nach weiteren Stationen ging er schließlich nach Manchester. Im Frühjahr geriet er dort in die Kritik und wurde von der Universität Manchester aufgefordert, seinen Posten aufzugeben. Anlass war die Installation „Cloud Studies“ einer britischen Rechercheagentur, die sich mit den Auswirkungen staatlicher Gewalt auf ökologische Systeme befasste. Dabei wurden auch Standorte in Beirut, Louisiana und Palästina in den Blick genommen. Die Arbeit war bereits im ZKM in der Ausstellung „Critical Zones“ zu sehen. Als Alistair Hudson sie in The Whitworth zeigte, kam es zu Protesten der Organisation U.K. Lawyers For Israel. Hudsons suchte das Gespräch mit verschiedenen Parteien und ergänzte in der Ausstellung Texte von Vertretern beider Positionen.

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Erstellt:
18. Juli 2022, 15:16 Uhr

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