Neues Stück im Fitz

Die Schöpfung in Farbe

Esther Falk und Johanna Sophia Müller glückt mit dem Kinderstück „Garten der Wunder“ am Stuttgarter Figurentheater Fitz eine Ode an die Kreativität und an das Staunen.

Das Teaserplakat zu dem Stück „Garten der Wunder“

© Fitz

Das Teaserplakat zu dem Stück „Garten der Wunder“

Von Thomas Morawitzky

Zuletzt blüht er, schießen Bäume, Pflanzen auf, sind die beiden Spielerinnen selbst Teil der Natur geworden – ganz zu Beginn jedoch ist da nur eine weiße Fläche. „Garten der Wunder“, das neue Kinderstück im Fitz, tritt auf als Malfigurentheater; Esther Falk und Johanna Sophia Müller, die Spielerinnen, verwandeln eine Welt.

Auf einer weißen Fläche entsteht ein reicher, bunter Garten

Vor der großen, weißen, kreisrunden Fläche hinter der Bühne tanzt ein Mensch mit Fischmaske. Leise erklingt Musik, während sich das seltsame Wesen dreht. Dann treten die beiden Spielerinnen auf, ganz in Weiß, in einer weißen Welt. Die weiße Farbe ist es, die sie zuerst entdecken, weiße Spuren bloßer Füße ziehen sich über den Boden: „Weiß auf Weiß!“ Abseits dieser weißen Bühne stehen Eimer bereit, mit Deckeln verschlossen, und jeder weiß: darin muss die Farbe sein.

Die erste, die herauskommt, ist das Blau. Die Spielerinnen sind verblüfft. Eine von ihnen taucht die Hände ein, bewegt sich dann drehend an der weißen Scheibe vorbei, hinterlässt eine Spur, die zur Landschaft wird, zum Himmel, in der man schon Figuren erkennt, ein Gesicht vielleicht, einen Hasen. Mit jedem Farbeimer, den die beiden Spielerinnen öffnen, kommt ein neuer Ton hinzu, wird der Garten reicher, bunter. Sie tropfen die Farbe, sie malen mit ihr, sie werden zuletzt, wenn auch Grün und Gelb eingetroffen sind, die Farben mischen und leuchtende Orangen in einen Baum setzen. Jede Farbe erhält Applaus; es gibt lyrische, heitere, komische Momente, und es regnet Rosenblätter. Einem Kind, ganz vorne im gefüllten Theatersaal, fällt dazu etwas Lustiges ein.

Die beiden Künstlerinnen Falk und Müller singen und spielen

Zu Seite der Bühne, den Farbeimern gegenüber, stehen zwei akustische Gitarren bereit. Esther Falk und Johanna Sophia Müller spielen und singen unter der Regie von Andrea Kilian, gestalteten ihren Auftritt selbst, bei Bühne und Musik unterstützt von Leonardo Sarmiento. „Garten der Wunder“ ist ein fantastisches Stück: Eine kleine Ode an die Kreativität, die Überraschung, das Staunen.

Garten der Wunder. Weitere Vorstellungen am 19. und 20. Juli, jeweils 10 Uhr.

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Erstellt:
18. Juli 2022, 15:36 Uhr

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