Staatstheater Stuttgart

Jürgen Resch kommt trotz Morddrohungen

Der Umweltaktivist Jürgen Resch spricht am 9. Juli im Schauspielhaus vor dem klimapolitischen Stück „Ökozid“ – obwohl es Mord- und Bombendrohungen gegeben hat.

Jürgen Resch lässt sich nicht einschüchtern.

© imago/R. Zensen

Jürgen Resch lässt sich nicht einschüchtern.

Von Bernd Haasis

Als Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hat Jürgen Resch (62) unter anderem den Dieselskandal mit aufgedeckt und Luftreinhaltemaßnahmen in den Städten durchfochten. Der Regisseur Andres Veiel hat Reschs Figur in sein klimapolitisches TV- und Bühnenstück „Ökozid“ eingebaut, das aktuell am Stuttgarter Staatsschauspiel läuft. Zu den Aufführungen lädt das Theater Experten ein, am 9. Juli soll Resch sprechen.

Eine radikale Klientel vom rechten Rand

Im Netz hat das zu Mord- und Bombendrohungen geführt, auch auf Präsenzen der Staatstheater. „Das kommt seit drei Jahren aus einem Facebook-Forum, das mich zur absoluten Hassperson erklärt hat“, sagt Resch. „Das ist eine radikale Klientel vom ganz rechten Rand, die meinen Kopf mit einer Zielscheibe oder Hinrichtungspiktogramme zeigt. Ich mache diese Gewalt-Nachrichten öffentlich und stelle nun konsequent Strafanzeigen.“ Resch betont: „Ich werde mich nicht einschüchtern lassen, so einen Erfolg darf man diesen Hetzern nicht gönnen!“

Gerade erst hat er einen renommierten Preis bekommen

Reschs Thema ist die Luftreinhaltung, gerade hat er von der kalifornischen Regierung den Haagen-Smit Clean Air Award bekommen, die weltweit höchste Auszeichnung für saubere Luft und Klimaschutz. Er streitet dafür, „dass die neuen Grenzwerte der WHO für Feinstaub und Stickstoffoxide europäisches und nationales Recht werden. Das macht die Luft in den Städten sauberer und die Verkehrswende wird vorangetrieben.“

Sein Credo: nicht nachlassen wegen des Ukraine-Kriegs

Im Schauspielhaus möchte Resch über die aktuelle Klimaschutzpolitik und die realen Klimaklagen der DUH sprechen. „Nach diesem Reality Check bekommen die Zuschauer dann im Theater zu sehen wie es 2034 aussehen könnte, wenn wir jetzt nicht handeln“, sagt er. Der Ukrainekrieg dürfe nicht dazu führen, „dass wir uns vom Klimaschutz verabschieden. Wir müssen jetzt ernsthaft anfangen, Energie zu sparen durch ein sofort wirkendes Tempolimit und eine Sanierungsoffensive für öffentliche Gebäude“, sagt Resch. „Wir könnten mit den Schulen und Kindergärten beginnen.“

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Erstellt:
7. Juli 2022, 19:54 Uhr

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