Annie Ernaux

Literaturnobelpreis geht an französische Schriftstellerin

Die französische Schriftstellerin Annie Ernaux erhält in diesem Jahr den Literaturnobelpreis. Die zuständige Schwedische Akademie gab dies am Donnerstag bekannt.

Annie Ernaux erhält den Literaturnobelpreis. (Archivbild)

© dpa/Horst Galuschka

Annie Ernaux erhält den Literaturnobelpreis. (Archivbild)

Von jam/dpa/kna/afp

Der Literaturnobelpreis geht in diesem Jahr an die französische Schriftstellerin Annie Ernaux. Das gab die für den Preis zuständige Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekannt. Dotiert ist der Preis in diesem Jahr mit 10 Millionen Kronen (920.000 Euro).

Sie bekomme den Preis „für den Mut und die klinische Schärfe, mit der sie die Wurzeln, Entfremdungen und kollektiven Beschränkungen der persönlichen Erinnerung aufdeckt“, sagte der Ständige Sekretär der Akademie, Mats Malm, bei der Preisbekanntgabe. Man habe sie telefonisch noch nicht erreichen können, sagte Malm.

Preisgeld beläuft sich auf 920.000 Euro

Der Nobelpreis für Literatur gilt als die prestigeträchtigste literarische Auszeichnung der Welt. Auf der sogenannten Longlist für den Preis standen in diesem Jahr 233 Kandidaten – welche Namen darunter sind, wird alljährlich streng geheim gehalten.

Der Literaturnobelpreis geht wie die weiteren traditionellen Nobelpreise auf das Testament des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833-1896) zurück. An dessen Todestag, dem 10. Dezember, werden die Preise in Stockholm und Oslo verliehen. Dotiert sind die Auszeichnungen in diesem Jahr erneut mit zehn Millionen schwedischen Kronen pro Kategorie. Umgerechnet entspricht das knapp 920.000 Euro.

Bisher 13 Literaturnobelpreise für deutschsprachige Autoren

Im vergangenen Jahr war der Literaturnobelpreis an den bis dahin relativ unbekannten tansanischen Schriftsteller Abdulrazak Gurnah gegangen. Er wurde „für sein kompromissloses und mitfühlendes Durchdringen der Auswirkungen des Kolonialismus und des Schicksals des Flüchtlings in der Kluft zwischen Kulturen und Kontinenten“ geehrt. Im Jahr davor hatte die amerikanische Dichterin Louise Glück den Nobelpreis erhalten - auch sie galt vorab nicht als eine der zahlreichen Favoritinnen und Favoriten.

Bereits in der ersten Wochenhälfte waren die diesjährigen Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik und Chemie verkündet worden. Deutsche Preisträger waren nicht darunter, wohl aber der Schwede Svante Pääbo, der in Leipzig arbeitet. Er erhält den Medizinnobelpreis für seine Erkenntnisse zur menschlichen Evolution.

Von 1901 bis 2021 wurden 114 Literaturnobelpreise an 118 Personen vergeben. Bislang wurden 16 Frauen ausgezeichnet. Den ersten Literaturnobelpreis bekam 1901 der französische Dichter Sully Prudhomme. Bisher 13 Mal wurden deutschsprachige Autoren ausgezeichnet, darunter Thomas Mann (1929), Heinrich Böll (1972), Günter Grass (1999), Herta Müller (2009) und zuletzt Peter Handke (2019).

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Erstellt:
6. Oktober 2022, 13:28 Uhr
Aktualisiert:
6. Oktober 2022, 13:36 Uhr

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