Cro in der Porsche-Arena

Mit der Maske zu den Sternen

Beim Hauptkonzert seiner „Coming Home“-Tour euphorisiert Cro die ausverkaufte Porsche Arena.

Cro in der ausverkauften Porsche-Arena.

© Lichtgut/Christoph Schmidt

Cro in der ausverkauften Porsche-Arena.

Von Thomas Morawitzky

Die Porsche-Arena ist ausverkauft, und sie jubelt, als der Mann, der einmal mit Panda-Maske ging, auf die Bühne läuft, am Samstagabend, pünktlich um 20.30 Uhr. Cro hat das Tiergesicht längst eingetauscht gegen einen weißen Science-Fiction-Helm mit Spitzen metallischen Ohren. Seine Musik allerdings bleibt ganz beim sonnigen, bewährten Flow. Nebenan in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle gehen härtere Deutsche Rapper ihrem Geschäft nach; bei Cro jedoch sind die Beats auf Wolken lässigen Wohlgefühls gebettet und obendrauf schweben Melodien, die alle Fans mitsingen können. „Genau diese Energie brauchen wir heute!“, sagt Cro, und bald hockt er schon mit angewinkelten Beinen auf seiner Bühne, winkt mit dem Zeigefinger und schaut hinaus aufs Lichtermeer, das für ihn angegangen ist: „Wunderschön!“

Erinnerungen und alte Reime

„Coming Home“, so heißt Cros Tour, und in Stuttgart gibt er sein Hauptkonzert, denn in Stuttgart ging er einst zur Schule. Das erste Stück, das er rappt, mit Streichersamples poliert und mit Backgroundgesang verziert, heißt denn auch „Erinnerung“: „Immer dann, wenn es nach oben geht / schreib ich es hin, denn so bleibt’s Erinnerung.“

Cro heißt eigentlich Carlo Waibel, wurde geboren in Mutlangen und wird am 31. Januar seinen 33. Geburtstag feiern. Erinnerungen dürfte er längst zu Genüge gesammelt haben. Die „Coming Home“-Tour startete in München, zählt nur wenige Stationen, wurde zuerst angekündigt am 3. Dezember 2021, dem 10. Jubiläum der Veröffentlichung von „Easy“, dem Song, mit dem für ihn alles begann. Ein guter Grund für Cro, späterhin am Samstagabend ein wenig in den Erinnerungen abzutauchen, alte Reime auszugraben.

Cro ist in die Porsche-Arena gekommen mit Band, mit Schlagzeug, Keyboard, DJ, Backgroundsängerinnen, schwerem Bass und Überraschungsgästen. Er rappt nachdenklich über die Schwerkraft – „Es gibt so vieles was dich runterzieht“ – und seine Sängerinnen heben ihn dabei höher, und höher, ein Chor, der himmelwärts stürmt. Und gleich kündigt Cro seinen ersten Gast an – „Wer von euch kennt einen Künstler, der mit B anfängt?“ Kreischkonzert im ganzen Saal, Cro heißt Badchieff willkommen, beide greifen sie zur E-Gitarre und singen ihren gemeinsamen Hit: „Fall hin, fall auf“.

Emotionen pur

Beim nächsten Song dann, sagt Cro, benötige er die Hilfe seines Publikums – „Denn der ist relativ frisch.“ Gut gescherzt, der nächste Song entpuppt sich als der Überhit mit der Anleihe an Soul-Star Bobby Hebb, und all die Fans sind mit dabei. Erinnert sich noch jemand an die Fischer-Chöre? Tausende, die gemeinsam glockenhell singen: „Ab jetzt wird alles easy, denn du bist nicht mehr da“, wären ernste Konkurrenz für sie. Und Cro sitzt schon am Keyboard, während Teesy, sein nächster Gast, den Song „Lange her“ rappt und eine Ballerina dazu tanzt.

Später dann wird Cros Gang auf die Bühne stürmen und mit heißer Luft um sich ballern. Cro selbst wird über Treppen am leuchtenden Erdball vorbei in den Sternenhimmel steigen. Elf Jahre nach seinem großen Start zieht Stuttgarts Rap-Star in der Porsche-Arena alle Register – bis, nach mehr als 90 Minuten, der letzte lässige fingerschnippende Song verklingt. Die Unendlichkeit ist wieder mal vorbei. Aber sie kehrt wieder, keine Frage.

Pünktlich um 20.30 Uhr betritt Cro die Bühne.

© Lichtgut/Christoph Schmidt

Pünktlich um 20.30 Uhr betritt Cro die Bühne.

Cro hat die Panda-Maske längst eingetauscht ...

© Lichtgut/Christoph Schmidt

Cro hat die Panda-Maske längst eingetauscht ...

... gegen einen weißen Science-Fiction-Helm.

© Lichtgut/Christoph Schmidt

... gegen einen weißen Science-Fiction-Helm.

Seine Musik bleibt jedoch ganz ...

© Lichtgut/Christoph Schmidt

Seine Musik bleibt jedoch ganz ...

... beim sonnigen, bewährten Flow.

© Lichtgut/Christoph Schmidt

... beim sonnigen, bewährten Flow.

„Coming Home“ heißt Cros Tour, ...

© Lichtgut/Christoph Schmidt

„Coming Home“ heißt Cros Tour, ...

... und in Stuttgart gibt er ihr Hauptkonzert.

© Lichtgut/Christoph Schmidt

... und in Stuttgart gibt er ihr Hauptkonzert.

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Erstellt:
18. Dezember 2022, 09:46 Uhr
Aktualisiert:
18. Dezember 2022, 14:38 Uhr

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