Art Alarm – wie geht es weiter?

Über Stuttgart nach Kuba

Der Galerienrundgang Art Alarm am 9. und 10. April in Stuttgart war ein voller Erfolg. Wie geht es weiter? Mit viel Tempo, Kuba-Einblicken und Hilfe für die Ukraine.

Über Stuttgart nach Kuba

In der Leica Galerie Stuttgart: Volker Figueredo Véliz’ „Los Cubanos“

Von Nikolai B. Forstbauer

Heitere Mienen überall – dieser Art Alarm am 9. und 10. April in Stuttgart hat offenbar nicht nur räumlich viele Türen geöffnet, sondern auch emotional. „Man hat einfach dieses Bedürfnis nach Begegnung und nach wirklichem Austausch gespürt“, sagt Kay Kromeier, Vorsitzender des für den Art Alarm verantwortlichen Vereins Initiative Stuttgarter Galerien zeitgenössischer Kunst.

Leica Galerie mit „Los Cubanos“

Wie aber geht es weiter? Wie hält man Tempo und Stimmung hoch? Am besten durch Bestätigung nicht nur aus dem eigenen Kreis. Da kommt die Ausstellung „Los Cubanos“ mit Fotos von Volker Figueredo Véliz in der Leica Galerie (Calwer Straße 41, Mo bis Sa 10 bis 18 Uhr) gerade zum richtigen Zeitpunkt.

2021 mit dem Buch „Los Cubanos – Auf der Suche nach der Seele Kubas“ (dpunkt.Verlag) hervorgetreten, zeigt Volker Figueredo Véliz (eigentlich Volker Büffel) ein Kuba der Menschen. Nicht wie so oft die zerfallende Architektur ist der Star, sondern jedes einzelne Gesicht, jeder einzelne Blick.

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Kunst schauen und den Menschen in der und aus der Ukraine helfen? Das Schauwerk in Sindelfingen (Eschenbrünnlestraße 15, macht es möglich. An Ostern (Karfreitag geschlossen; Ostersamstag, Ostersonntag und Ostermontag jeweils 11 bis 17 Uhr) ist der Eintritt in die Ausstellungen „Antony Gormley. Learning to Be“ und „Ortswechsel. Fotografie aus der Modernen Galerie – Saarbrücken“ kostenfrei. „Wir bitten unsere Besucherinnen und Besucher stattdessen um eine Spende für die Ukraine“, heißt es aus dem Schauwerk.

Gesammelt wird für die Sindelfinger Initiative „Helfen statt Hamstern“, die Unterstützung für die Ukraine und Geflüchtete organisiert. Für einen zusätzlichen Anreiz ist gesorgt: Der gesammelte Betrag wird von der Stiftung The Schaufler Foundation, Trägerin des Museums, verdoppelt und an „Helfen statt Hamstern“ weitergegeben.

Denkmal oder Mahnmal?

Künstlerische Forschung ist seit den 1970er Jahren gängige Praxis. In Stuttgart ist der Württembergische Kunstverein (Kunstgebäude am Schlossplatz) erste Forschungs-Bühne. Aktuell mit dem Projekt „Edle Strecken und Kunstbauwerke. Zur Kontinuität einer fragwürdigen Mobilisierung – der Drackensteiner Hang als Mahnmal“.

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Die Frage dahinter: Ist der Albaufstieg Denkmal der Ingenieurskunst oder Mahnmal der Propaganda Hitler-Deutschlands? Stef Stagel und Steffen Schlichter haben unter dem Namen ststs „recherchiert, fotografiert, gefilmt, formuliert und kompiliert“. Für eigene Erkundungen vor Ort haben Stagel und Schlichter den „ststs – Autowanderführer“ produziert. Zu erleben ist der ststs-Auftritt bis zum 1. Mai.