Wieder mehr Verkehr 2022

ADAC: Teuere Spritpreise reichen nicht für Verhaltensänderung

Trotz der deutlich höheren Spritpreise hat der Individualverkehr im Jahr 2022 wieder zugenommen. Der ADAC fordert daher, Bus und Bahn attraktiver zu machen.

Die Preise für Sprit schossen in diesem Jahr deutlich in die Höhe.

© IMAGO/Michael Gstettenbauer

Die Preise für Sprit schossen in diesem Jahr deutlich in die Höhe.

Von hej/dpa

Höhere Preise führen zu weniger Autofahrten? So einfach ist das leider nicht, wie der ADAC am Donnerstag betonte. Obwohl Sprit in diesem Jahr so teuer war wie noch nie, sei der motorisierte Individualverkehr um fast fünf Prozent gegenüber zum Vorjahr angestiegen, sagte Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand.

Das zeige, dass Kostendruck alleine nicht ausreiche, wenn es nicht genug attraktive und bezahlbare Alternativen gebe. Der Verein erwartet, dass 2024 wieder fast so viel Auto gefahren wird wie vor der Corona-Pandemie.

Preise zuletzt wieder gefallen

Aber wie kann das Verhalten nachhaltig verändert werden? Hillebrand forderte, Verbindungen, Takte und Zuverlässigkeit bei Bus und Bahn im Nah- und Fernverkehr zu verbessen. Das 49-Euro-Ticket sei dabei eine gute Maßnahme, sagte er. „Gleichzeitig müssen weiterhin Investitionen in den Öffentlichen Verkehr getätigt werden.“

Insgesamt erwartet Hillebrand für das laufende Jahr Durchschnittspreise von etwa 1,85 Euro für einen Liter Superbenzin der Sorte E10 und von etwa 1,95 Euro bei Diesel. Das liege um 35 beziehungsweise 60 Cent über den Vorjahreswerten und belaste insbesondere Pendler und Vielfahrer. Zuletzt sind die Preise deutlich unter diese Schwelle gefallen, im Jahresdurchschnitt wirken sich allerdings noch die sehr viel höheren Werte des Frühjahrs und Sommers aus.

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Erstellt:
15. Dezember 2022, 13:46 Uhr

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