Krebspest im Schwarzwald

Behörden weiten das Betretungsverbot aus

Nachdem im September etliche tote Krebse im Unterlauf der Brugga im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald entdeckt worden sind, hat sich die Tierseuche offenbar weiter ausgebreitet. Das Regierungspräsidium reagiert alarmiert.

Aufgrund der Seuche sind zahlreiche Dohlenkrebse verendet. (Symbolbild)

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Aufgrund der Seuche sind zahlreiche Dohlenkrebse verendet. (Symbolbild)

Von reb/dpa/lsw

Weil die Tierseuche Krebspest im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald erneut ausgebrochen ist, weiten die Behörden das Betretungsverbot auf den Oberlauf der Brugga aus. Die Regeln, die für den Unterlauf schon in Kraft sind und nun verlängert werden, gelten zunächst bis Ende Juni, wie das Regierungspräsidium in Freiburg am Mittwoch mitteilte. Auch Hunde dürften in dem Fluss und seinen Nebengewässern nicht baden.

Im September seien zahlreiche mit Krebspest infizierte tote und sterbende Dohlenkrebse zwischen zwei Krebssperren gefunden worden. Später stellten Fachleute fest, dass die Seuche auf den Oberlauf übergegangen ist, wo einzelne tote Tiere nachgewiesen wurden.

Dohlenkrebs steht unter Naturschutz

„Der im vergangenen Jahr ermittelte positive Trend bei der Entwicklung der Dohlenkrebspopulation wurde durch den erneuten Ausbruch der Krebspest leider zunichtegemacht“, erklärte Regina Biss vom Naturschutzreferat. „Damit besteht weiterhin ein sehr hohes Risiko der weiteren Seuchenausbreitung in bachaufwärts gelegene Gewässerabschnitte der Brugga und ihrer Zuflüsse.“ Das Regierungspräsidium geht davon aus, dass sich Menschen nicht an die Sperren gehalten haben und sich die Seuche so ausbreiten konnte.

Die pilzähnlichen Krebspest-Erreger Aphanomyces astaci stammen den Angaben nach vom eingewanderten Kamberkrebs und gefährden den geschützten und sehr seltenen Dohlenkrebs. Bei heimischen Flusskrebsen verlaufe eine Ansteckung tödlich, es gebe keine wirksame Behandlung oder Impfung. Für Menschen sei die Krankheit unschädlich.

Die Krebspest wird laut Mitteilung über sogenannte Sporen übertragen. Das könne zum Beispiel über Gegenstände geschehen, die mit kontaminiertem Wasser in Kontakt gekommenen sind, wie Gummistiefel, Kescher und Reusen. Auch am feuchten Fell von Hunden oder Gefieder von Wasservögeln könnten sie in ein Gewässer eingeschleppt werden. Die Behörden in Südbaden versuchen auf verschiedene Weise, die Krebspest seit deren Ausbruch im März 2019 einzudämmen.

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Erstellt:
21. Dezember 2022, 12:50 Uhr

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