Wirtschaft in Baden-Württemberg

Bruttoinlandsprodukt wächst nur um 1,8 Prozent

Während in anderen Bundesländern das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis Juni 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich über 6 Prozent zulegte, bleibt Baden-Württemberg hinter den Erwartungen zurück.

Die Energiekrise belastet insbesondere auch die Industrie in Deutschland. (Symbolbild)

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Die Energiekrise belastet insbesondere auch die Industrie in Deutschland. (Symbolbild)

Von reb/dpa/rtr

Die Wirtschaft im Südwesten ist im ersten Halbjahr weniger stark gewachsen als im Bundesschnitt. Preisbereinigt legte das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis Juni 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,8 Prozent zu, wie das Statistische Landesamt am Freitag in Stuttgart mitteilte. Damit liege Baden-Württemberg im unteren Drittel aller Bundesländer. Am höchsten sei die Steigerung in Rheinland-Pfalz mit einem Plus von 6,4 Prozent ausgefallen, am niedrigsten in Niedersachsen mit 1,1 Prozent.

Vor allem die Dienstleistungsbereiche hätten nach Aufhebung der Corona-Beschränkungen zum Wirtschaftswachstum im Südwesten beigetragen, teilten die Statistiker weiter mit. Im verarbeitenden Gewerbe – einem der bisherigen Wachstumsmotoren im Südwesten – sei die Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr 2022 hingegen leicht zurückgegangen.

Energiekrise schürt Angst vor Rezession

Die gesamtdeutsche Wirtschaft schwächelte zuletzt ebenfalls. „Angesichts der beschleunigten Talfahrt und der sich weiter eintrübenden Frühindikatoren dürfte die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal 2022 schrumpfen“, kommentierte S&P-Ökonom Phil Smith die Entwicklung. „Und der Ausblick für das vierte Quartal ist ebenfalls wenig positiv.“ Besonders bei den Dienstleistern trübt sich die Lage ein, „da die Ausgabenbereitschaft der Kunden wegen knapper werdender Budgets und immer unsichererer Aussichten deutlich zurückging“.

Dagegen sank die Produktion in der Industrie aufgrund nachlassender Materialengpässe nicht mehr ganz so stark. Allerdings zeigten sich beide Wirtschaftssektoren gleichermaßen besorgt über die Entwicklung in den nächsten Monaten, da die Energiekrise mehr und mehr Rezessionsängste schüre.

Führende Institute haben zuletzt ihre Konjunkturprognosen für die deutsche Wirtschaft gesenkt. Wegen massiv steigender Energiepreise infolge der russischen Invasion in der Ukraine erwartet das Institut für Weltwirtschaft (IfW) ein extrem schwieriges Jahr 2023. Das Bruttoinlandsprodukt werde dann um 0,7 Prozent schrumpfen, sagen die Kieler Forscher in ihrer Herbstprognose voraus. Im Juni hatten sie noch ein kräftiges Plus von 3,3 Prozent erwartet. Für das laufende Jahr rechnet das IfW zwar noch mit einem Wachstum, das jedoch mit 1,4 Prozent niedriger ausfallen soll als noch im Sommer mit 2,1 Prozent angenommen.

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Erstellt:
23. September 2022, 13:16 Uhr

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