Davide Rebellin bei Unfall getötet

Deutscher Lkw-Fahrer soll den Radprofi überfahren haben

Der italienische Rennradprofi Davide Rebellin ist tot. Ein Lkw-Fahrer habe ihn überfahren, Rebellin starb noch am Unfallort in Italien. Der Speditionsfahrer ist bereits vorbestraft.

Rebellin fuhr früher auch für den deutschen Eliterennstall Gerolsteiner. (Archivbild)

© AFP/FRANCK FIFE

Rebellin fuhr früher auch für den deutschen Eliterennstall Gerolsteiner. (Archivbild)

Von suj/dpa

Der Radprofi Davide Rebellin ist nach Erkenntnissen der italienischen Polizei von einem deutschen Lkw-Fahrer überfahren und getötet worden. Das ergaben die Auswertung von Überwachungsvideos am Tatort, Zeugenbefragungen und weitere Ermittlungen, wie die Staatsanwaltschaft Vicenza am Freitag mitteilte. Der 62 Jahre alte Mann, der für eine Spedition aus Nordrhein-Westfalen arbeite, sei auch durch die Kooperation mit der deutschen Polizei gefunden worden.

Es wurde Anklage erhoben gegen den Fahrer des Sattelschleppers, der laut den Strafverfolgern nach der Kollision den Unfallort verlassen hatte und nach Deutschland zurückgekehrt war. In seiner Heimat könne er aber nicht verhaftet werden, weil es den italienischen Straftatbestand der sogenannten Tötung im Straßenverkehr („omicidio stradale“) analog in der Bundesrepublik nicht gibt, berichteten Medien. Daneben ermitteln die Behörden auch noch wegen Fahrerflucht nach einer Tötung im Straßenverkehr.

Lkw-Fahrer schon mehrmals straffällig geworden

Der 51 Jahre alte Radprofi Rebellin, der früher auch für den deutschen Eliterennstall Gerolsteiner gefahren war und seine lange Profikarriere erst vor wenigen Wochen beendet hatte, war am Mittwochvormittag an einem Kreisverkehr von dem Sattelzug erfasst worden. Er starb noch an der Unfallstelle in der Gemeinde Montebello Vicentino.

Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte nun weitere Details: Wie Augenzeugen berichteten, sei der Deutsche nach dem Unfall ausgestiegen und habe sich Rebellin, der auf der Straße lag, genähert. Dann aber sei er sofort wieder in das Fahrerhaus des Sattelschleppers eingestiegen und davongefahren. Er wurde dabei von den Passanten fotografiert - anhand dieser Bilder konnten die Carabinieri den Mann ausfindig machen.

Ferner gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass der deutsche Fernfahrer 2001 von einem Gericht im süditalienischen Foggia wegen Fahrerflucht verurteilt worden war. Außerdem sei ihm 2014 in Chieti in der mittelitalienischen Region Abruzzen von der Polizei der Führerschein abgenommen worden wegen Alkohol am Steuer.

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Erstellt:
2. Dezember 2022, 17:26 Uhr

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