Panzer für die Ukraine

Deutschland bereitet Ringtausch für Waffenlieferungen vor

Ukraine erhält Panzer, aber nicht von der Bundeswehr, sondern aus Slowenien. Das kleine Nato-Land erhält dafür Ersatz aus Deutschland.

T-72-Panzer der russischen Armee (Archivbild). Slowenien eine größere Stückzahl seiner T-72-Kampfpanzer an die Ukraine abgeben und aus Deutschland dafür Ersatz erhalten.

T-72-Panzer der russischen Armee (Archivbild). Slowenien eine größere Stückzahl seiner T-72-Kampfpanzer an die Ukraine abgeben und aus Deutschland dafür Ersatz erhalten.

Von dpa

Berlin - Die Bundesregierung bereitet einen Ringtausch für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine vor.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Donnerstag soll dabei der Nato-Partner Slowenien eine größere Stückzahl seiner Kampfpanzer an die Ukraine abgeben und aus Deutschland dafür den Schützenpanzer Marder sowie den Radpanzer Fuchs erhalten. Slowenien nutzt noch eine jugoslawische Variante des Kampfpanzers T-72 unter der Bezeichnung M-84. Es wird vom ukrainischen Heer bereits eingesetzt und erfordert keine umfangreiche Zusatzausbildung.

Nach Informationen der dpa aus Regierungskreisen hat Slowenien als Kompensation auch moderneres Gerät aus Deutschland angefordert, darunter den deutschen Kampfpanzer Leopard 2, den Radpanzer Boxer sowie den Schützenpanzer Puma, der in der Bundeswehr als Nachfolger des seit 50 Jahren genutzten Marder eingeführt wird.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) bestätigte unterdessen, dass Deutschland ukrainische Soldaten an der Panzerhaubitze 2000 ausbilden werde. "Weil wir das Knowhow haben, um daran auszubilden. Das ist eine Möglichkeit, um auch diesen Support zu leisten", sagte Lambrecht in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv.

Nach früheren Berichten soll die Panzerhaubitze 2000 von den Niederlanden an die Ukraine geliefert werden. Deutschland könne dies nicht tun, da die "Bundeswehr nicht so ausgestattet" sei, sagte Lambrecht und fügte hinzu: "Aber da, wo wir Ausbildung leisten können, werden wir das tun."

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Erstellt:
21. April 2022, 12:06 Uhr
Aktualisiert:
21. April 2022, 14:46 Uhr

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