Heilbronn

Drogenring im Gefängnis? – Weitere Festnahmen

Bei einer Großrazzia im Heilbronner Gefängnis wird Ende September ein mutmaßlicher Drogenring zerschlagen. Jetzt hat es in diesem Fall zwei weitere Festnahmen gegeben.

Im Heilbronner Gefängnis ist ein mutmaßlicher Drogenring aufgeflogen (Symbolbild).

© IMAGO/Rüdiger Wölk

Im Heilbronner Gefängnis ist ein mutmaßlicher Drogenring aufgeflogen (Symbolbild).

Von red/dpa/lsw

Nachdem ein mutmaßlicher Drogenring im Heilbronner Gefängnis aufgeflogen war, hat es zwei weitere Festnahmen gegeben. Ein 26-Jähriger sitze in Untersuchungshaft, da er im Verdacht stehe, Dopingmittel beschafft und diese über Dritte in die Justizvollzugsanstalt (JVA) geschmuggelt zu haben, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch mit. Ein verdächtiger 36-Jähriger, der der Drogenbande geholfen haben soll, kam nach der Durchsuchung seiner Wohnung am vergangenen Donnerstag wieder frei.

Ende September hatten Ermittler bekanntgegeben, nach einer Großrazzia in dem Gefängnis auch einen JVA-Mitarbeiter festgenommen zu haben. Er soll bestochen worden sein, damit seit Mitte des vergangenen Jahres Doping- und Betäubungsmittel in die Anstalt geschmuggelt werden konnten. Aktuell ermittelt werde gegen mindestens 35 Menschen, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Heilbronn mit. Darunter sind neben den mutmaßlichen Bandenmitgliedern auch Lieferanten, Abnehmer und andere Beteiligte an den Geschäften. Insgesamt sitzen fünf Verdächtige in Untersuchungshaft.

Das System war ausgeklügelt: Bandenmitglieder sollen im Knast die Bestellungen aufgenommen und die Schmuggelware in der Anstalt verteilt haben, andere trieben das Geld von Verwandten der einsitzenden Kunden ein. „Sobald der Zahlungseingang den inhaftierten Bandenmitgliedern gemeldet wurde, händigten diese den Abnehmern die bestellten Stoffe aus“, erklärten Staatsanwaltschaft und Polizei damals in Heilbronn. Schmuggler sollen der festgenommene Mann und Therapieabbrecher oder neue Häftlinge gewesen sein, die die Waren als zuvor verschluckte, sogenannte Bodypacks einschleusen konnten.

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Erstellt:
19. Oktober 2022, 14:10 Uhr
Aktualisiert:
19. Oktober 2022, 16:23 Uhr

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