Prozess in Hamburg

Ehepaar sucht Auftragskiller und fällt auf Betrüger herein

Ein Ehepaar aus Hamburg soll im Darknet einen Auftragsmörder gesucht haben, der den früheren Lebenspartner der Frau töten sollte. Der Plan ging aber schief.

Das Paar suchte im Darknet nach einem Auftragsmörder. (Symbolbild)

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Das Paar suchte im Darknet nach einem Auftragsmörder. (Symbolbild)

Von hej/AFP/dpa

Bei der Suche nach einem Auftragsmörder ging für ein Ehepaar aus Hamburg alles schief – nun müssen sie sich vor Gericht verantworten. Die beiden schauten sich im Internet nach einem Killer um und wurden dabei Opfer von Betrügern.

Der Prozess hat am Donnerstag vor dem Hamburger Landgericht begonnen. Die beiden müssen sich wegen versuchter Anstiftung zum Mord verantworten. Laut der Anklage sollen der 51-jährige Unternehmer und die 49-jährige Ärztin auf einer Website im sogenannten Darknet einen entsprechenden Auftrag platziert und dem Betreiber dafür bereits Bitcoins im Gegenwert von etwa 14.000 Euro übermittelt haben.

Betrüger bleiben unerkannt

Demnach wollte das Paar den ehemaligen Lebensgefährten der Frau, mit dem diese eine gemeinsame Tochter hat, vor dem Hintergrund eines Streits um das Sorgerecht ermorden lassen. Bei dem Darknetforum handelte es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft allerdings nur um ein Betrugsangebot unbekannt gebliebener Krimineller, welche die Vermittlung von Auftragsmorden lediglich vortäuschten. Sie strichen die von den Angeklagten über eine Treuhandgesellschaft eingezahlten Bitcoins ein, ohne dass etwas passierte.

Laut Anklage übermittelten die beiden Beschuldigten den Seitenbetreibern im Januar dieses Jahr zunächst gemeinsam mit ihrem Auftrag ein Foto und die Hamburger Adresse des Opfers. Als bis Mitte März keine Reaktion erfolgte, wandten sie sich ratsuchend in einem zu der Plattform gehörenden Forum an einen weiteren Nutzer, dem sie demnach ebenfalls Namen und Anschrift des früheren Lebensgefährten der Frau mitteilten. Auch dieser war jedoch Teil des Betrugs, sodass ein Mordauftrag auch weiterhin nicht ausgeführt wurde.

FBI informiert BKA

Nach Angaben eines Gerichtssprechers kamen die Ermittlungen gegen das Paar durch einen Hinweis der US-Bundespolizei FBI ins Rollen, die wiederum das Bundeskriminalamt informierte. Zum Prozessauftakt am Donnerstag verwies die Verteidigung der Angeklagten demnach in einer Erklärung auf eine psychische Erkrankung ihrer Mandantin. Am nächsten Verhandlungstag soll die Beschuldigte sich in einer persönlichen Aussage näher äußern.

Dem Ehepaar wird wegen der beiden Anbahnungsversuche auf der Darknetseite versuchte Anstiftung zum Mord in zwei Fällen zur Last gelegt. Für den Prozess gegen die beiden wurden zunächst Termine bis Februar 2023 angesetzt.

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Erstellt:
1. Dezember 2022, 17:08 Uhr

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