Carla Kriwet

Ex-Boschlerin wechselt zu Dax-Konzern

Ende April schied Carla Kriwet überraschend als Chefin der Bosch-Hausgerätetochter BSH aus. Ihr nächster Karriereschritt führt sie Anfang 2023 an die Spitze eines Dax-Konzerns.

Carla Kriwet wird 2023 Chefin des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care.

© FMC

Carla Kriwet wird 2023 Chefin des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care.

Von Imelda Flaig

So überraschend ihr Ausscheiden bei der Bosch-Hausgerätetochter BSH war, so überraschend kommt auch die Nachricht vom neuen Arbeitgeber: Carla Kriwet wird zum 1. Januar 2023 neue Vorstandsvorsitzende des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC/Bad Homburg).

Wie FMC mitteilte, löst Kriwet die bisherige FMC-Chefin Rice Powell (66) ab, die seit 2013 den Konzern führt und zum Jahresende wegen der für den Vorstand geltenden Altersgrenzen ihren Posten abgibt.

Insgesamt nun zwei Chefinnen von Dax-Konzernen

Kriwet hatte erst Ende April überraschend „aus persönlichen Gründen“ ihren Abschied bei Europas größtem Hausgerätehersteller BSH mit rund 15,6 Milliarden Euro Umsatz und gut 62 000 Beschäftigten angekündigt. Dort war die 51-Jährige nicht einmal zwei Jahre, nachdem sie vom Medizintechnik-Konzern Philips gekommen war.

Mit dem Wechsel an die FMC-Spitze ist Kriwet künftig die zweite Frau, die einen Dax-Konzern führt – neben der Vorstandschefin des Pharma- und Chemiekonzerns Merck, Belén Garijo.

Weibliches Führungsduo bei FMC

Auch an der Spitze von FMC stehen durch den Wechsel von Kriwet künftig zwei Frauen, denn Finanzvorständin Helen Giza hat ihren Vertrag um fünf Jahre verlängert und wird auch stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Stephan Sturm, Aufsichtsratschef von FMC, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Carla Kriwet. „ Ich habe sie als eine im Gesundheitsbereich sehr erfahrene, mutige Managerin mit klaren Vorstellungen und viel Empathie kennengelernt“, sagt er.

Auch Carla Kriwet freut sich nach eigenen Aussagen auf die neue Aufgabe. „Mit der Vision, das Leben der uns anvertrauten Patientinnen und Patienten jeden Tag ein Stückchen lebenswerter zu machen, kann ich mich voll und ganz identifizieren.“ Sie habe früh in ihrer beruflichen Entwicklung den Weg in die Gesundheitswirtschaft gefunden und sei der Branche immer eng verbunden geblieben.

Früher in Gesundheitswirtschaft und bei Hilfsorganisation

Kriwet war früher unter anderem auch im Vorstand des Medizintechnikanbieters Drägerwerk und im Vorstand der Kinderhilfsorganisation „Save the Children“ in Berlin.

Fresenius Medical Care ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit Nierenerkrankungen, von denen sich weltweit etwa 3,8 Millionen Patienten regelmäßig einer Dialysebehandlung unterziehen. Das Unternehmen ist an der Börse Frankfurt (FME) und an der Börse New York (FMS) notiert.

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Erstellt:
5. Mai 2022, 12:26 Uhr

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