Strengere Regeln ab 2025

Frist für Holzöfen – wie viele im Land sind betroffen?

Im Dezember endet eine Übergangsfrist für ältere Holzöfen. Sie müssen nachgerüstet oder ausgetauscht werden. Die Landesregierung gibt Einblick, für wie viele Feuerstätten in Baden-Württemberg das gilt.

Nach Einschätzungen eines Ofenbauers aus Calw würden die wenigsten Feuerstätten nachgerüstet.

© dpa/Bernd Weissbrod

Nach Einschätzungen eines Ofenbauers aus Calw würden die wenigsten Feuerstätten nachgerüstet.

Von Judith A. Sägesser

Am 31. Dezember 2024 endet eine Frist für eine bestimmte Generation von Holzöfen. Von 2025 gelten hier strengere Vorgaben. Öfen, die zwischen 1995 und 21. März 2010 in Betrieb gegangen sind, müssen dann nachgerüstet oder ausgetauscht werden. Laut Umweltbundesamt (UBA) sind nun 2,3 Millionen von rund zwölf Millionen Öfen betroffen. Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat nun dargelegt, wie viele Feuerstätten im Land betroffen sind.

Kurz zum Hintergrund: Bereits zum 22. März 2010 ist die Bundesimmissionsschutzverordnung in Kraft getreten; sie gibt auch strengere Regeln vor für Holzöfen, um Luftschadstoffe zu reduzieren. Sie regelt auch die nun endende Übergangsfrist Ende 2024. Für noch ältere Öfen sind die Fristen bereits verstrichen, neuere Exemplare dürften die Anforderungen in der Regel erfüllen. Von 2025 an dürften sie maximal 0,15 Gramm Staub sowie höchstens 4 Gramm Kohlenmonoxid pro Kubikmeter Abgasluftvolumen ausstoßen.

Kaminofen-Zahlen für Baden-Württemberg

Die Grünen im Landtag wollten wissen, wie viele Holzöfen in Baden-Württemberg betroffen sind. Stand 2022 gab es im Land 1,6 Millionen solcher Feuerstätten, und 400 000 betroffene Exemplare wurden damals gemeldet, erklärt nun das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Darin inbegriffen seien Öfen, die bereits stillgelegt wurden, „bei denen es sich jedoch im Sinne der Kehr- und Überprüfungsordnung um „betriebsbereite, jedoch dauernd unbenutzte Feuerstätten handelt“, heißt es.

Die meisten Kaminöfen, die von der Frist betroffen sind, dürften nicht nachgerüstet werden. So jedenfalls lautete die Einschätzung der Calwer Ofenbauers Volker Weiß Anfang dieses Jahres. Er schätzte, dass von den festgemauerten Kaminen etwa 70 Prozent abgebrochen werden müssten. Und bei frei stehenden Einzelöfen würden die Kosten für eine Nachrüstung die Kosten für eine Neuanschaffung übersteigen, sagte er.

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Erstellt:
10. Juli 2024, 11:20 Uhr
Aktualisiert:
11. Juli 2024, 11:35 Uhr

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