Trauer in Illerkirchberg

Große Anteilnahme bei Beerdigung des getöteten Mädchens

Zwei Tage nach dem Angriff in Illerkirchberg ist das getötete Mädchen beigesetzt worden. Es sind Polizisten am Friedhof gewesen, damit die Trauerfeier geordnet ablaufen kann.

Viele Trauernde trugen Porträtbilder des toten Mädchens an ihren Jacken und Mänteln.

© dpa/Christoph Schmidt

Viele Trauernde trugen Porträtbilder des toten Mädchens an ihren Jacken und Mänteln.

Von red/dpa

Unter großer Anteilnahme von Angehörigen, Mitschülerinnen und Mitschülern sowie der gesamten Ortsgemeinschaft ist das vor zwei Tagen in Ilerkirchberg getötete Mädchen am Mittwoch beerdigt worden. Bereits vor der Bestattung hatten sich mehrere hundert Menschen, darunter viele Jugendliche, auf dem Friedhof in Oberkirchberg versammelt. Wegen der großen Menschenmasse, die der Friedhof nicht fassen konnte, mussten die Totengebete auf den angrenzenden Parkplatz verlegt werden.

Am offenen Grab sagte der islamische Geistliche, es falle schwer, passende Worte für die abscheuliche Tat zu finden. Nach dem alevitischen Glauben, dem das getötete Mädchen und ihre Familie angehörten, sei der Tod der Beginn einer „Wanderung zur göttlichen Wahrheit“. Bei der Beerdigung wurden neben den Gebeten und Gesängen auch Statements von Geschwistern und Freundinnen der 14-Jährigen verlesen: Das Mädchen sie die „beste Schwester, die man sich vorstellen kann“, sie habe „immer gelächelt und sei immer fröhlich“ gewesen.

Porträtbilder des toten Mädchens an Jacken und Mänteln

Viele Trauernde trugen Porträtbilder des toten Mädchens an ihren Jacken und Mänteln, wie auch der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU). Wie der Oberbürgermeister gab auch der türkische Botschafter in Deutschland, Ahmet Basar Sen, dem toten Mädchen das letzte Geleit.

Viele Mitschülerinnen und Mitschüler legten Blumen am Grab ab, in dem das Mädchen nach islamischem Brauch ohne Sarg beigesetzt wurde. Immer wieder umarmten sich weinende Jugendliche und sprachen sich gegenseitig Trost zu.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat ein 27-jähriger Asylbewerber aus Eritrea am Montagmorgen zwei Schülerinnen in Illerkirchberg bei Ulm mit einem Messer angegriffen - die 14-Jährige so schwer, dass sie anschließend in einer Klinik starb. Aufgrund des dringenden Tatverdachtes ist gegen den Mann am Dienstag ein Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes ergangen. Er befinde sich jetzt in einem Justizvollzugskrankenhaus, teilten Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Ulm mit.

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Erstellt:
7. Dezember 2022, 16:14 Uhr
Aktualisiert:
7. Dezember 2022, 16:47 Uhr

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