„Klima-RAF“

Habeck warnt vor unangemessenen Vergleichen

Die Klimaaktivisten mit der RAF zu vergleichen hält Bundeswirtschaftsminister für unangemessen. Alexander Dobrindt hatte vor der Entstehung einer „Klima-RAF“ gewarnt. Die Hintergründe.

Robert Habeck stellt sich gegen RAF-Vergleiche.

© IMAGO/Frank Ossenbrink/IMAGO/Frank Ossenbrink

Robert Habeck stellt sich gegen RAF-Vergleiche.

Von dpa/lkr

Im Streit um den Vergleich der Proteste der Klimagruppe „Letzte Generation“ mit einer „Klima-RAF“ hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck an die Verantwortung von Kommentatoren appelliert. Die Terrorgruppe Rote Armee Fraktion (RAF) habe bewusst Menschen ermordet und den Mord zum politischen Mittel gemacht, sagte Habeck am Dienstag. „Deswegen sind unbotsame Vergleiche nicht das gleiche und sollten auch nicht vermischt werden an der Stelle“, sagte der Grünen-Politiker bei einem Besuch in Stuttgart. Es gebe eine Verantwortung, Dinge differenziert zu betrachten.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hatte in der „Bild am Sonntag“ gefordert, die Entstehung einer „Klima-RAF“ müsse verhindert werden. Die RAF galt in der Bundesrepublik über Jahrzehnte als Inbegriff von Terror und Mord. Den Linksterroristen fielen von 1970 bis Anfang der 1990er Jahre mehr als 30 Menschen zum Opfer.

Auch Kretschmann will in Gesprächen mit den Aktivistinnen und Aktivisten bleiben

Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) forderte in der Debatte um die Klima-Aktivisten dazu auf, „diese Leute nicht gleich zu kriminalisieren, sondern angemessen damit umzugehen“. Statt in einen „verbalen Furor“ zu geraten, sei es wichtig, mit den jungen Leuten im Gespräch zu bleiben und sie von ihren Aktionen abzubringen, weil das der Sache schade.

Es gebe zudem überhaupt keinen Grund, Gesetze zu verschärfen, wie es die Unionsfraktion im Bundestag fordere. „Man muss die bestehenden anwenden“, sagte Kretschmann.

Seit Monaten blockiert die Gruppe „Letzte Generation“ deutschlandweit immer wieder Straßen und Autobahnen und fordert einen „Stopp des fossilen Wahnsinns“. Am Montag wurden zwei weitere Aktivisten nach Straßenblockaden vom Stuttgarter Amtsgericht zu Geldstrafen verurteilt.

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Erstellt:
8. November 2022, 16:28 Uhr

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