ÖPNV und 9-Euro-Ticket

Hermann hält solide Finanzierung für wichtiger als Billig-Ticket

Verkehrsminister Winfried Hermann spricht sich für einen günstigen ÖPNV, aber nicht unbedingt für eine bundesweite Regelung aus. Das Geld dafür soll trotzdem aus dem Bund kommen.

Für Verkehrsminister Winfried Hermann steht die Finanzierung im Vordergrund. (Archivbild)

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Für Verkehrsminister Winfried Hermann steht die Finanzierung im Vordergrund. (Archivbild)

Von sma/dpa/lsw

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) nimmt den Bund in die Pflicht, eine Nachfolgeregelung für das 9-Euro-Ticket zu finanzieren. Hermann sagte am Freitag in Stuttgart nach einer Videoschalte der Verkehrsminister, dass sich die Ressortchefs der Länder darin einig seien, eine solide Grundfinanzierung des ÖPNV sei viel wichtiger sei als ein bundesweites, günstiges Ticket-Angebot, wie es Ende August ausläuft.

Die Verkehrsminister der Länder forderten den Bund darum auf, „zeitnah“ einen tragfähigen und nachhaltigen Vorschlag für eine Nachfolgeregelungen des 9-Euro-Tickets vorzulegen. Dies geht aus einem Beschlusspapier der Sonder-Verkehrsministerkonferenz hervor. Der Beschluss lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

Nachfolgeregung zum 9-Euro-Ticket

In dem Beschluss heißt es, die Verkehrsministerkonferenz sei im Rahmen des Ausbau- und Modernisierungspaktes und bei Absicherung der notwendigen Gesamtfinanzierung zur Sicherstellung eines weiterhin attraktiven und leistungsfähigen ÖPNV in den Jahren 2022 und 2023 bereit, über eine Nachfolgeregelung nach dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets mit dem Bund zu verhandeln. „Die Verkehrsministerkonferenz erwartet, dass der Bund hierzu zeitnah einen tragfähigen und nachhaltigen Vorschlag vorlegt und sich zu seiner vollständigen Finanzierungsverantwortung bekennt und diese dauerhaft absichert.“

Hermann sagte darüber hinaus, die Verkehrsministerkonferenz habe einstimmig und mit großer Klarheit beschlossen, dass der Öffentliche Personennahverkehr angesichts der sich verschärfenden Klimakrise dringend ausgebaut werden müsse. „Deshalb muss die von der Ampelkoalition vereinbarte Erhöhung der Regionalisierungsmittel in diesem Jahr und in den nächsten Jahren kommen.“ Dies sei umso notwendiger, da die Energiepreise drastisch gestiegen sind und die Verkehrsunternehmen stark belasten würden.

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Erstellt:
26. August 2022, 13:50 Uhr

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