Wetter

Hitze in Deutschland - Sonne, Schwitzen, Schwimmbad

Der Samstag könnte mancherorts der bisher heißeste Tag des Jahres werden. Laut Deutschem Wetterdienst können die Temperaturen im Südwesten örtlich bis zu 38 Grad erreichen - mehr als auf Mallorca.

Am Strand von Warnemünde an der Ostsee ist Hochbetrieb.

© Jens Büttner/dpa

Am Strand von Warnemünde an der Ostsee ist Hochbetrieb.

Von dpa

Offenbach - Hohe Temperaturen haben viele Menschen in weiten Teilen Deutschlands ins Schwitzen gebracht und ins Freibad getrieben. Auf der Website des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zog sich am Samstag eine Warnung vor Hitze in einem Streifen von Saarbrücken bis an die Ostgrenze Brandenburgs und Sachsens.

Abgesehen vom Norden wurde flächendeckend eine UV-Warnung ausgegeben. Die Meteorologen sprachen von "heißer nordafrikanischer Luft", die zu uns gelange.

Während es im Süden sonnig und heiß werde, werde das Wetter im Norden heiter bis wolkig. An der See zeigt das Thermometer laut der Vorhersage Werte von 19 bis 23 Grad, ansonsten sind es 27 bis 35, und im Südwesten am Samstag sogar örtlich bis 38 Grad. Damit könnte der Samstag mancherorts der bisher heißeste Tag des Jahres werden.

Das Wetter lockte viele an die Küsten von Mecklenburg-Vorpommern. Die Bahn meldete volle Züge in Richtung Ostsee. Das Neun-Euro-Ticket sei beliebt, besonders die Regionalbahnen in die touristischen Regionen seien hoch ausgelastet, sagte ein Sprecher. Das Land an der Ostsee bietet sich für Hitzeempfindliche an: In Mecklenburg-Vorpommern ist es mit 22 bis 25 Grad sehr erträglich, wie der Meteorologe Stefan Kreibohm vom Wetterstudio Hiddensee sagte.

In der Nacht stellenweise heftige Gewitter

Auch in Brandenburg rechnete der DWD mit Höchstwerten zwischen 33 und 36 Grad im Süden des Landes sowie auch in Berlin. In der Nacht zum Sonntag sind demnach stellenweise kräftige Gewitter möglich. Die Gefahr von Waldbränden wegen der andauernden Trockenheit ist groß.

Bei brütender Hitze und Temperaturen bis etwa 35 Grad könnte Sachsen-Anhalt den heißesten 18. Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erleben. In Bayern riet der DWD bei Höchstwerten von etwa 37 Grad zu "kühlen Getränken und Schatten". Vor allem in Unterfranken könnten die Temperaturen auf lokale Rekordwerte für den Monat Juni steigen, sagte ein DWD-Sprecher.

Für einen Ausflug ins Schwimmbad sprach auch die Lage in Baden-Württemberg: Temperaturen bis zu 37 Grad von der Kurpfalz bis zum Breisgau sagte der DWD für Samstag voraus.

Ein sonniger und "heißer bis sehr heißer" Samstag war es auch in Nordrhein-Westfalen. Die Höchsttemperatur sollten im Tagesverlauf verbreitet auf 31 bis 34 Grad steigen, meldete der DWD am Morgen. In der Kölner Bucht seien lokal um die 36 Grad zu erwarten.

Freibäder erlebten einen Ansturm: Ein Mitarbeiter des Agrippabads in Köln sagte, bereits am Mittag seien rund doppelt so viele E-Tickets wie sonst in diesem Zeitraum verkauft worden. Im Freibad Langenfeld bei Düsseldorf musste der Ticketverkauf am Kassenautomaten am Samstagmittag sogar gestoppt werden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mahnte, auf ältere Menschen zu achten. Auf Twitter schrieb der SPD-Politiker: "Bitte achten Sie darauf, dass gerade ältere Menschen heute genug trinken. Sie empfinden oft weniger Durst als für ihren Körper gut wäre. Hitze und wenig Flüssigkeit können für Ältere tödliche Folgen haben. Heute sind wir gefragt, auch auf Ältere und behinderte Menschen zu achten." Auch das Robert Koch-Institut sprach von der Hitze als Gesundheitsrisiko.

Der Meteorologe Andreas Matzarakis sieht in den Hitzeaktionsplänen in Deutschland eine gute Grundlage, um reagieren zu können. "Doch die Umsetzung obliegt natürlich den Städten und Kommunen, den Regierungspräsidien und Landkreisen. Und die sind oft nicht informiert und vorbereitet", sagte Matzarakis der "Badischen Zeitung" in Freiburg. Wenn man eine Hitzewelle kommen sehe, müsse man aufklären: "viel trinken, Sonne meiden, Aktivitäten reduzieren".

Am Mittag aber verzeichnete zum Beispiel Pforzheim in Baden-Württemberg eine höhere Temperatur als Palma de Mallorca.

Wie wird der Sonntag?

Nach einem in weiten Teilen Deutschlands schweißtreibendem Samstag mit erwarteten Spitzentemperaturen bis zu 38 Grad im Südwesten wird die Nacht zum Sonntag vielerorts kaum eine richtige Abkühlung bringen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind im äußersten Norden teils kräftige Schauer oder Gewitter zu erwarten, ansonsten bleibt es zumeist trocken. In einem Streifen von Südwestdeutschland bis nach Sachsen werden die Temperaturen in vielen Großstädten nicht unter 21 Grad sinken, ansonsten sind 19 bis 12 Grad zu erwarten.

Hitze mit Spitzenwerten bis zu 37 Grad vom Oberrhein bis zur Lausitz bestimmt auch am Sonntag das Wetter. Ab dem Nachmittag quellen dann laut Vorhersage vor allem über der Mitte, im südwestdeutschen Bergland sowie an den Alpen vermehrt Wolken auf. Es kann örtlich kräftige Gewitter und Unwetter geben. Mit Schauern und Gewittern ist auch in der Nacht zum Montag vor allem im Norden und im Westen Deutschlands zu rechnen. Die Tiefstwerte werden bei 21 bis 15 Grad, in der Nordwesthälfte bei 14 bis 9 Grad erwartet.

Zum Abkühlen ins Wasser: Ein Badegast springt vom Sprungbrett in den Bodensee.

© Felix Kästle/dpa

Zum Abkühlen ins Wasser: Ein Badegast springt vom Sprungbrett in den Bodensee.

Mit reichlich Ausrüstung geht eine Urlauberfamilie bei sonnigem Wetter ans Meer. Das Sommerwetter mit Temperaturen von bis 28 Grad sorgt im Norden für gut besuchte Strände.

© Jens Büttner/dpa

Mit reichlich Ausrüstung geht eine Urlauberfamilie bei sonnigem Wetter ans Meer. Das Sommerwetter mit Temperaturen von bis 28 Grad sorgt im Norden für gut besuchte Strände.

Die Beine baumeln lassen am Storkower See in Brandenburg: Mit deutlich über 30 Grad trifft Deutschland die erste Hitzewelle des Sommers.

© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Die Beine baumeln lassen am Storkower See in Brandenburg: Mit deutlich über 30 Grad trifft Deutschland die erste Hitzewelle des Sommers.

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Erstellt:
17. Juni 2022, 11:06 Uhr
Aktualisiert:
18. Juni 2022, 15:11 Uhr

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