Wettbewerb „Jugend forscht“

Jugend forscht für die Zukunft

Beim Finale des Bundeswettbewerbs in Heilbronn sind auch mehrere interessante und originelle Projekte aus dem Land ausgezeichnet worden.

Maja Leber und Julius Gutjahr, Sieger beim Preis des Bundeskanzler, stehen bei der Siegerehrung zum 59. „Jugend forscht“-Bundesfinale mit Laudator Jens Brandenburg, Staatssekretär beim Bundesbildungsministerium, auf der Bühne.

© Uwe Anspach/dpa/Uwe Anspach

Maja Leber und Julius Gutjahr, Sieger beim Preis des Bundeskanzler, stehen bei der Siegerehrung zum 59. „Jugend forscht“-Bundesfinale mit Laudator Jens Brandenburg, Staatssekretär beim Bundesbildungsministerium, auf der Bühne.

Von Jürgen Brand

Wenn Jugend forscht, sind auch erfahrene Wissenschaftler immer wieder erstaunt und beeindruckt. Beim großen Finale des Bundeswettbewerbs haben am vergangenen Wochenende in Heilbronn namhafte Politiker und Forschende viele Preise überreicht. Auch Jungforscher aus Baden-Württemberg waren erfolgreich.

„Jugend forscht”, das nun in einer viertägigen Großveranstaltung in Heilbronn gefeiert wurde, entstand vor 59 Jahren aus einer Initiative des Magazins „Stern„. Seither haben 330 000 junge Frauen und Männer daran teilgenommen. In diesem Jahr haben 10 492 Schüler mit mehr als 5000 Projekten mitgemacht. Die bei den Landesfinals ausgezeichneten Projekte wurden zum Finale nach Heilbronn eingeladen. 175 Jungforschende und ihre 107 auch in einer Ausstellung präsentierten Projekte waren für die Jury eine echte Aufgabe. Die Preisverleihung fand am Sonntag im Heilbronner Konzert- und Kongresszentrum Harmonie statt.

Ideenreich und nah an der Professionalität

Der 18-jährige Jörg Kassubek aus Rheinfelden hat den Bundessieg im Bereich Physik mit nach Hause genommen. Er hat mit kleinem Budget einen mobilen Myonendetektor entwickelt, „der in seiner Messgenauigkeit professionellen Geräten in nichts nachsteht“, so der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Patrick Cramer, bei der Preisverleihung. Mit dem Detektor lassen sich auch Gesteinsschichten etwa über einem Tunnel untersuchen.

Reinhard Köcher aus Calw hat das Problem, seine Geige zu stimmen, gelöst. Da bei Jugendlichen das Gehör noch nicht so weit entwickelt ist, ist das für sie kaum zu schaffen. Der 16-Jährige hat ein motorgesteuertes Stimmgerät konstruiert, das die Violinsaiten mit Hilfe eines Mikrofons und entsprechender Algorithmen auf die perfekt Frequenz bringt. Dafür hat er den Bundespreis im Fachgebiet Arbeitswelt gewonnen.

Den Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit haben Maja Leber (16) und Julius Gutjahr (17) aus Emmendingen erhalten. Sie haben sich mit dem Gegenstück von Seifenblasen, den Antibubbles, beschäftigt und dafür einen Versuchs- und Messaufbau entwickelt. Antibubbles sind von einer dünnen Luftschicht umschlossene Wasserblasen in Seifenwasser. Die beiden dürfen jetzt auch am europäischen Wettbewerb „European Contest for Young Scientists (EUCYS)” der Europäischen Kommission teilnehmen.

Der Preis „Jugend forscht Schule 2024” ging an das Ludwig-Frank-Gymnasium in Mannheim. Der Preis wird von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder ausgeschrieben, überreicht hat ihn Kultusministerin Theresa Schopper. Die Schule wurde für ihr „herausragendes Konzept für eine fächerübergreifende und projektorientierte MINT-Förderung” ausgezeichnet.

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Erstellt:
3. Juni 2024, 15:00 Uhr

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