Kommentar: Nur warme Worte für die Polizei

Kommentar: Nur warme Worte für die Polizei

Meist unbeachteter und gefährlicher Dienst: Polizisten durchsuchen ein Haus im baden-württembergischen Althengstett.

© Kevin Lermer/7aktuell.de

Meist unbeachteter und gefährlicher Dienst: Polizisten durchsuchen ein Haus im baden-württembergischen Althengstett.

Von Franz Feyder

Stuttgart. - Es sind Einsätze wie diese in Baden-Württemberg, Sachsen und Schleswig-Holstein am Dienstag im Milieu von „Reichsbürgern“: scheinbare Routine für Polizisten im Kampf gegen Extremismus, im Kampf der wehrhaften Demokratie gegen die, die sie zerstören wollen. Kaum jemand denkt dabei an die, die diesen Kampf an vorderster Front führen: die Polizisten. „Bauarbeiter leben gefährlicher als Polizisten – mit dem Tod des Beamten wird Politik gemacht“ lautete die würdelose Schlagzeile eines Hamburger Nachrichtenmagazins etwa am Montag – auf den Tod des Mannheimer Polizeihauptkommissars anspielend, der am Freitag mutmaßlich von einem Islamisten niedergestochen wurde.

2016 tötete ein „Reichsbürger“ einen SEK-Polizisten in Bayern. 2022 schoss ein „Reichsbürger“ auf Beamte des SEKs Baden-Württemberg, verletzte einen schwer. Ebenso 2023 in Reutlingen. Es sind Polizistinnen und Polizisten, die täglich ihr Leben für den wehrhaften Rechtsstaat einsetzen. Dafür bekommen sie warme Worte, offenbar nie einen der Orden, die mehrheitlich nur für politische und gesellschaftliche Freunde vom roten Teppich reserviert zu sein scheinen. Oder dass sie ein angemessenes Gehalt für ihren Dienst bekommen würden.

Nur zwei Tage nach dem Tod ihres Kollegen in Mannheim haben Polizistinnen und Polizisten wieder ihr Leben riskiert, um ein demokratisches und rechtsstaatliches Deutschland zu verteidigen.

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Erstellt:
4. Juni 2024, 22:10 Uhr
Aktualisiert:
5. Juni 2024, 21:59 Uhr

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