Podiumsdiskussion der „Stuttgarter Zeitung“

Kretschmann will Tempo bei Ausbau der Windkraft verschärfen

Winfried Kretschmann will den Ausbau der Windkraft schneller voranbringen. Das sagte der Ministerpräsident bei einer Podiumsdiskussion der „Stuttgarter Zeitung“ am Montagabend.

Winfried Kretschmann bei der Podiumsdiskussion der „Stuttgarter Zeitung“. Links sitzt StZ-Chefredakteur Joachim Dorfs, rechts ZEW-Präsident  Achim Wambach.

Winfried Kretschmann bei der Podiumsdiskussion der „Stuttgarter Zeitung“. Links sitzt StZ-Chefredakteur Joachim Dorfs, rechts ZEW-Präsident Achim Wambach.

Von red/dpa/lsw

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann drückt beim Ausbau der Windkraft noch starker aufs Tempo als bisher. Der Zeitraum von der Planung bis zum Bau eines Windparks müsse auf zwei Jahre verkürzt werden, sagte der Grünen-Politiker am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion der „Stuttgarter Zeitung“. „Wir sind einfach zu langsam. Wenn wir nicht schneller werden, wird die Energiewende schon aus Zeitgründen scheitern“, warnte der Regierungschef. Bisher dauert die Realisierung eines Windparks etwa sechs bis sieben Jahre.

Kretschmann hatte bislang das Ziel ausgegeben, den Zeitraum mindestens zu halbieren. Der Koalitionspartner CDU ist noch ambitionierter und will dafür sorgen, dass Windparks innerhalb eines Jahres realisiert werden können. EnBW-Vorstand Georg Stamatelopoulos zeigte sich weniger optimistisch. „Es ist realistisch zu sagen, dass wir das halbieren können.“ Es sei denkbar, einen Windpark nach drei Jahren in Betrieb nehmen zu können, sagte er bei der Diskussion.

Ukraine-Krieg sorgt für mehr Druck

Der Ministerpräsident sagte, der Druck, schnell auf erneuerbare Energien umzusteigen, habe sich durch den Ukraine-Krieg nochmal verdoppelt. „Jede Ausrede wird auf Durchzug gestellt.“ Kretschmann hofft, dass die Voraussetzungen für einen schnelleren Ausbau bis Sommer geschaffen seien. Er wolle, „dass das flutscht“. Der Südwesten hat auch nach zehn Jahren grüner Regierung noch großen Rückstand beim Ausbau der Windkraft. Im ersten Quartal wurden drei Windkraftanlagen gebaut, nötig seien aber 100 im Jahr, meinte Kretschmann.

Er forderte auch die Europäische Union auf, die sogenannte Südquote beim Ausbau der Windenergie in Deutschland zu akzeptieren. Die EU dürfe da nicht mit einem „Binnenmarktradikalismus“ unterwegs sein und jegliche Flexibilität in den Mitgliedsländern unterdrücken. Der Bund will mit der Quote den Bau neuer Windräder auch in den südlichen Bundesländern wieder attraktiver machen.

Wie sieht die Sicherheitsarchitektur der Zukunft aus? Es diskutierten (v.li.) EnBW-Vorstand Georg Stamatelopoulos, Staatssekretärin im Auswärtigen Amt Jennifer Lee Morgan, StZ-Chefredakteur Joachim Dorfs, Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie ZEW-Präsident  Achim Wambach.

Wie sieht die Sicherheitsarchitektur der Zukunft aus? Es diskutierten (v.li.) EnBW-Vorstand Georg Stamatelopoulos, Staatssekretärin im Auswärtigen Amt Jennifer Lee Morgan, StZ-Chefredakteur Joachim Dorfs, Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie ZEW-Präsident Achim Wambach.

Voll besetztes Haus in der Rotunde der L-Bank.

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Das Publikum folgte der Diskussion hoch konzentriert.

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StZ-Chefredakteur Joachim Dorfs moderierte das hochkarätig besetzte Podium.

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Ministerpräsident Kretschmann fordert viel mehr Tempo beim Ausbau der grünen Energien.

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Jennifer Lee Morgan, Staatssekretärin und Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik im Auswärtigen Amt

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Achim Wambach, Leiter des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)

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Georg Stamatelopoulos, EnBW-Vorstand und verantwortlich für nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur

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Winfried Kretschmann, Ministerpräsident (Grüne)

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Gebannt verfolgen die Gäste, wie die großen Probleme dieser Tage ganz plastisch erörtert werden.

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Erstellt:
25. April 2022, 22:16 Uhr

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