Artenschutz in Baden-Württemberg

Land will Kiebitze wieder ansiedeln

Das Land hat im vergangenen Jahr im Vogelschutzgebiet Schönbuch insgesamt 13 Hektar für den Artenschutz erworben. Dorthin soll der Kiebitz zurückkehren.

Die Situation des Kiebitz ist prekär: Die Bestände sind in Baden-Württemberg zwischen 1995 und 2020 um 92 Prozent eingebrochen.

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Die Situation des Kiebitz ist prekär: Die Bestände sind in Baden-Württemberg zwischen 1995 und 2020 um 92 Prozent eingebrochen.

Von red/dpa/lsw

Kiebitze sind im Südwesten akut vom Aussterben bedroht. Baden-Württemberg will Voraussetzungen dafür schaffen, dass diese Vögel wieder mehr Lebensräume finden. Das Land hat im vergangenen Jahr die 13 Hektar großen „Kiebitzäcker“ im Vogelschutzgebiet Schönbuch im Ammertal für den Artenschutz erworben. Diese Flächen sollen nun nach und nach wieder feucht gemacht werden, damit der Kiebitz dorthin zurückkehren kann. Der Vogel ist auf feuchte Wiesen und Äcker als Lebensraum spezialisiert.

Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) sagte laut Mitteilung: „Flächen wie die im Vogelschutzgebiet Schönbuch können wir nachhaltig bewirtschaften. Damit bewahren wir das Naturerbe des Landes und bieten bedrohten Tier- und Pflanzenarten Lebensräume.“

Kiebitz baut Nester am Boden

Laut dem Nabu-Landesvorsitzenden Johannes Enssle zählen die Feld- und Wiesenbrüter zu den am stärksten gefährdeten Vogelarten in Baden-Württemberg. „Die Kiebitzäcker im Ammertal sind wichtig, um die Restpopulation des vom Aussterben bedrohten Wiesenbrüters im Kreis Tübingen zu sichern. Damit ist ein Auftakt geschafft für das im Koalitionsvertrag verankerte Bodenbrüterprogramm des Landes.“

Der Kiebitz gehört zu den Bodenbrütern, die ihre Nester am Boden bauen oder Bodenvertiefungen zur Eiablage nutzen. Die Situation des Kiebitz ist prekär: Die Bestände sind in Baden-Württemberg zwischen 1995 und 2020 um 92 Prozent eingebrochen.

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Erstellt:
9. Mai 2022, 16:16 Uhr

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