Kapitalmarktausblick

LBBW sieht Inflation in der Spitze bei zwölf Prozent

Der Preisauftrieb wird nach Einschätzung der Landesbank erst ab dem Frühjahr etwas nachlassen. Zugleich dürfte die Wirtschaft schrumpfen.

Der Anstieg der Lebensmittelpreise belastet Verbraucher besonders.

© dpa/Moritz Frankenberg

Der Anstieg der Lebensmittelpreise belastet Verbraucher besonders.

Von Barbara Schäder

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erwartet, dass die Inflationsrate in Deutschland im Februar mit zwölf Prozent ihren Höhepunkt erreicht. Das wäre „ein Rekordwert in der Geschichte der Bundesrepublik“, sagte LBBW-Chefvolkswirt Moritz Kraemer in Frankfurt. Im Laufe des kommenden Jahres werde der Preisauftrieb dann nachlassen. „Die Energiepreise werden nicht sinken, aber nicht mehr so stark steigen wie in den vergangenen zwölf Monaten“, so Kraemer.

Eine Rezession scheint unausweichlich

Im Jahresschnitt erwartet die LBBW für 2023 eine Inflationsrate von 8,7 Prozent, nach voraussichtlich 8,3 Prozent in diesem Jahr. Gleichzeitig werde die Wirtschaft 2023 um 1,5 Prozent schrumpfen, weil die Kombination aus steigenden Kosten und Zinsen den Konsum drückten und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen schmälerten.

Kraemer zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Inflationsrate durch die Straffung ihrer Geldpolitik in den Folgejahren wieder auf zwei Prozent drücken wird. „Ich glaube,dass die EZB, wenn sie jetzt keinen Fehltritt macht, auf einem guten Weg ist, mittelfristig ihr Ziel zu erreichen.“

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Erstellt:
16. November 2022, 18:03 Uhr

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