Absage an Kolonialisten

Mannheim wählt Ersatz für historisch belastete Straßennamen

Im März durften die Bürger ihre Favoriten auswählen, nun muss der Gemeinderat seine Entscheidung fällen: Die Straßen sollen Namen von Weltentdeckern tragen – statt von Kolonialisten.

Historisch belastete Straßennamen sollen aus Mannheim verschwinden.

© dpa/Uwe Anspach

Historisch belastete Straßennamen sollen aus Mannheim verschwinden.

Von red/dpa/lsw

Der Mannheimer Gemeinderat will am Donnerstag (16.00 Uhr) neue Namen für vier historisch belastete Straßen wählen. Die Straßen sind nach Ansicht von Experten bisher nach Kolonialisten und einem Unterstützer des Nationalsozialismus benannt. Im März hatten Bürger aus 18 Namen vier Favoriten ausgewählt: den Asien-Reisenden Marco Polo, die Weltenbummlerin Ida Pfeiffer, den Meteorologen und Geophysiker Georg Balthasar Neumayer sowie die Schriftstellerin Isabelle Eberhardt.

Gustav Nachtigal und Theodor Leutwein seien Rassisten

Bereits 2020 hatte sich das Leibniz Institut für Europäische Geschichte in einem Gutachten kritisch zu den vier bisherigen Straßennamen geäußert. Die Namensgeber, wie Gustav Nachtigal und Theodor Leutwein, seien Rassisten und Kolonialisten gewesen, hieß es damals. Die Experten empfahlen eine Änderung der Straßennamen.

Der Gemeinderat beschloss im Februar 2022 mehrheitlich die Umbenennung. Die Namen sollten auch unter das Motto des betroffenen Taufbezirkes „Forschungsreisende und Personen des transkulturellen Austausches“ fallen.

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Erstellt:
10. Juli 2024, 18:04 Uhr

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