Gaskrise in Baden-Württemberg

Manuel Hagel warnt vor „schwerstem Winter der jüngeren Geschichte“

CDU-Fraktionschef Manuel Hagel schwört Baden-Württemberg auf düstere Zeiten ein: Sollte Russland die Gaslieferungen einstellen, würde die Wirtschaft im Land zusammenbrechen.

Manuel Hagel warnt vor „schwerstem Winter der jüngeren Geschichte“

CDU-Fraktionschef Manuel Hagel macht sich Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft von Baden-Württemberg. (Archivbild)

Von reb/dpa/lsw

Baden-Württemberg ist wirtschaftlich nach Worten von CDU-Fraktionschef Manuel Hagel auf dem Weg in düsterste Zeiten. «Wir stehen vielleicht vor dem schwersten Winter der jüngeren deutschen Geschichte», sagte er am Mittwoch im Landtag. Allein der BASF-Konzern benötige vier Prozent des deutschen Gasverbrauchs. Wenn die Gaszufuhr dort unter einen Wert von 50 Prozent sinke, würden die Anlagen abgestellt - dann stünde das größte Chemieareal der Welt nach 157 Jahren erstmals still.

Im Südwesten laufe dann auch kein Auto mehr vom Band und die Arzneimittelindustrie werde zusammenbrechen, prognostizierte Hagel. Nicht wenige Menschen im Land hätten existenzielle Sorgen. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 hätten sich die Menschen daran gewöhnt, so zu tun, als ob der Staat alle Härten abfedern könne. Das werde aber diesmal nicht so sein.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende kritisierte in diesem Zuge die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Die EZB habe viel zu lange viel zu viel Liquidität in den Markt gepumpt. Hagel sprach von einer „Flut mit billigem Geld statt Mut zu Reformen“. Eine Preissteigerung von acht oder neun Prozent sei das Ungerechteste, was man sich vorstellen könne - das sei ein Spaltpilz in der Gesellschaft.