Vatikanstadt

Michael Mittermeier will Papst pinkes Deutschlandtrikot schenken

Am Freitag ist Michael Mittermeier zusammen mit über 100 anderen internationalen Künstlern des Humors beim Papst. Auch wenn er nicht der „Oberkatholik“ sei, hat er doch allerlei für Franziskus im Gepäck - samt Geschenk.

Michael Mittermeier gemeinsam mit einigen anderen internationalen Künstler des Humors dürfen den Papst sehen. (Archivbild)

© dpa/Henning Kaiser

Michael Mittermeier gemeinsam mit einigen anderen internationalen Künstler des Humors dürfen den Papst sehen. (Archivbild)

Von mmf/kna

Komiker Michael Mittermeier (58) hat für die Papstaudienz am Freitag ein Gastgeschenk parat. „Franziskus kriegt ein pinkes Deutschland-Trikot“, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Hinten drauf steht ‚Franziskus 10’: 10 für Maradona, weil der Papst Argentinier und Fußballfan ist, und die Zehn Gebote liegen auch sehr nah. Und die Farbe Pink hat eine Doppelbedeutung mit Blick auf LGBTQ“, so Mittermeier, der zusammen mit über 100 internationalen Künstlern und Künstlerinnen aus dem Bereich Humor am Freitagmorgen in den Vatikan eingeladen ist.

Der Papst habe sich vor kurzem „nicht sehr zeitgemäß ausgedrückt über schwule Menschen“, sagte Mittermeier. „Das zeigt, wie schwer sich die katholische Kirche tut mit Themen wie homosexuelle, non-binäre, transsexuelle Menschen. Da ist schon noch viel Luft nach oben“, so der aus Bayern stammende Künstler. „Aber diese Audienz ist nicht der Moment zu sagen: Alter, was macht ihr denn da, was soll der Scheiß? Das wäre unhöflich als Gast.“

Ein nahbarer Papst

Franziskus sei zumindest ein Papst, „der sichtlich einen Schritt weiter ist als seine beiden Vorgänger, weil er nahbarer ist und weil er ein paar mehr Dinge zugelassen hat“, so der Comedian. „Es sind sehr langsame, kleine Schritte, die da gegangen werden - aber immerhin.“ Trotzdem sei beispielsweise der Umgang der Kirche mit dem Thema Kindesmissbrauch „keinem zu vermitteln“. „Ich hoffe, dass da noch weitere Schritte folgen, das wäre ja schon mal was wert“, sagte Mittermeier.

Sind totgeborene Kinder in der Vorhölle?

Sollte er tatsächlich mit dem Papst sprechen können, würde er ihm eine wichtige persönliche Frage stellen: „Ich hab ja vier Kinder verloren, zwei davon Totgeburten. Sind die in der Vorhölle?“, so Mittermeier. In der Kirche sei irgendwann gelehrt worden, dass es außer Himmel und Hölle auch eine Vorhölle gebe für alle, die nicht getauft sind. „Aber was kann ein Kind dafür, wenn es nicht getauft ist und stirbt? Das hat viele gläubige Menschen zerrissen.“

„Gottseidank“ habe Papst Benedikt XIV. die „Vorhölle“ abgeschafft. „Aber was ist denn mit den anderen, die vorher gestorben sind? Dürfen die mit den anderen im Himmel Hosianna singen?“, fragte der Komiker. „Ich bin ja nicht der Oberkatholik, aber ich fände es als Information schon sehr interessant.“

Da bin ich dann Jesusfan!

Er selbst „glaube auf alle Fälle an eine Kraft, an eine Energie, ob das der Gott der Bibel ist, sei dahingestellt“, betonte Mittermeier. „Ich glaube, dass Jesus ein wahnsinnig hochenergetischer Mensch war. Er hat ja alles gesagt!“, so der Künstler. „Jesus hat den Satz der Sätze gesagt: Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst, behandle die Leute so, wie Du gerne behandelt werden willst. Da bin ich dann Jesusfan! Der macht alles klar! Ich brauch nicht zu wissen, ob er Fische vermehrt hat.“

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Erstellt:
14. Juni 2024, 10:50 Uhr

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