Tod von Kleinkind in Bopfingen

Mutter ließ die Qualen zu – das ist ihr Urteil

Sie habe gewusst, dass ihr Freund ihren Jungen über Tage und Wochen geschlagen und misshandelt habe – und habe nichts dagegen getan. Jetzt verurteilten Richter eine Mutter Bopfingen.

Der 23 Monate alte Bub war am 21. Oktober 2021 mit zahlreichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben.

© IMAGO/A. Friedrichs/IMAGO/Andreas Friedrichs

Der 23 Monate alte Bub war am 21. Oktober 2021 mit zahlreichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben.

Von jo/dpa

Ein knapp Zweijähriger aus Bopfingen (Ostalbkreis) wird über Wochen vom Lebensgefährten seiner Mutter misshandelt und stirbt - weil die 37-jährige Mutter des Kindes dies zugelassen hat, ist sie am Donnerstag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht Ellwangen sah es in seinem Urteil als erwiesen an, dass sie sich der Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen schuldig gemacht hat, wie ein Sprecher des Gerichts mitteilte.

Kleinkind über Tage und Wochen geschlagen

Sie habe gewusst, dass ihr Freund das Kleinkind über Tage und Wochen geschlagen und misshandelt habe und habe nichts dagegen getan, begründete das Gericht den Angaben zufolge sein Urteil. Die Frau hatte am ersten Prozesstag gestanden. Das Strafmaß entspricht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte für eine Bewährungsstrafe plädiert.

Bub starb im Krankenhaus

Der 23 Monate alte Bub war am 21. Oktober 2021 mit zahlreichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben. Das Landgericht Ellwangen hatte den damaligen Lebensgefährten der Mutter des Kindes im Mai zu einer Haftstrafe von 14 Jahren verurteilt wegen Totschlags und schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Zum Artikel

Erstellt:
24. November 2022, 12:16 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen