Leysieffer insolvent

Pralinen-Hersteller schließt vorerst alle Filialen

Der Pralinen-Hersteller Leysieffer aus Osnabrück hat erneut Insolvenzantrag gestellt – wie schon 2020. Auch gibt es Probleme mit dem Insolvenzgeld, was die Mitarbeiter zu spüren bekommen.

Eine Leysieffer-Filiale in Frankfurt am Main.

© imago/Ralph Peters

Eine Leysieffer-Filiale in Frankfurt am Main.

Von dpa

Der Pralinenhersteller Leysieffer aus Osnabrück hat rund zwei Jahre nach seinem Neustart wieder einen Insolvenzantrag gestellt. „Grund für den Insolvenzantrag sind Liquiditätsschwierigkeiten“, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Meyer von der Pluta-Rechtsanwalts GmbH am Montag mitteilte. In den vergangenen Monaten habe das Unternehmen einen erheblichen Umsatzrückgang verzeichnet. „Hinzu kamen die zuletzt stark gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten sowie die nach wie vor bestehenden Folgen der nicht beendeten Corona-Pandemie“, hieß es in der Mitteilung zum Insolvenzantrag der Leysieffer GmbH & Co. KG.

Wie Meyer sagte, verhandle er derzeit mit der Bundesagentur für Arbeit über die Zahlung von Insolvenzgeld an die knapp 200 Mitarbeiter. Die Bundesagentur habe in einer ersten Stellungnahme die Berechtigung von Insolvenzgeld verneint, so der vorläufige Insolvenzverwalter. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten daher zum großen Teil freigestellt und alle Filialen vorübergehend geschlossen werden müssen.

Verhandlungen laufen unter Hochdruck

„Wir führen derzeit unter Hochdruck konstruktive Verhandlungen mit den Entscheidungsträgern der Bundesagentur für Arbeit, damit die Mitarbeiter von Leysieffer doch noch Insolvenzgeld erhalten“, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Ablehnung des Antrags halte er persönlich nicht für sachgerecht, erklärte Meyer. Allerdings seien noch einige Sach- und Rechtsfragen zu klären, weil es sich um ein Folgeinsolvenzverfahren handele.

Die Geschäftsführerin von Leysieffer, Anna Winkler, sagte der Mitteilung zufolge, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hofften, dass der Geschäftsbetrieb weitergehen und es dem vorläufigen Insolvenzverwalter gelingen werde, die Bundesagentur zur Änderung ihrer Entscheidung zu bewegen. Eine solche Entscheidung müsste allerdings sehr bald erfolgen, „weil anderenfalls die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs kaum noch möglich sein dürfte“.

Leysieffer produziert den Angaben zufolge hochwertige Confiserie-Erzeugnisse wie Pralinen, Schokoladen oder Fruchtaufstriche. Das Traditionsunternehmen unterhält an zwölf Standorten in Deutschland Cafés, Ladenlokale und Bistros. Bereits im Frühjahr 2020 hatte Leysieffer ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung abgeschlossen.

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Erstellt:
5. Juli 2022, 10:06 Uhr

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