Digitalisierung in Baden-Württemberg

Schul-Software aus dem hohen Norden

Das Kultusministerium plant einen Vertrag mit der Firma Dataport, um einen Ersatz für die Software Microsoft 365 zu finden – und dem Datenschutz gerecht zu werden.

Schul-Software aus dem hohen Norden

Am Laptop Aufgaben lösen – das kommt in Schulen jetzt öfter vor. Bei der Software-Austattung gibt es aber noch ein paar Hausaufgaben.

Von Bärbel Krauß

Um die Ausstattung der baden-württembergischen Schulen mit digitalen Softwareprogrammen voranzubringen, führt das Kultusministerium in Stuttgart aktuell Vertragsverhandlungen mit der Firma Dataport im schleswig-holsteinischen Altenholz. Dabei geht es darum, Ersatzprogramme zu Microsoft 365 zu beschaffen, die anders als die US-Software mit den europäischen Anforderungen an den Datenschutz kompatibel sind. Das hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) an diesem Mittwoch bei der Regierungspressekonferenz erklärt. Zuvor hatte Sandra Boser (Grüne), die für Digitales zuständige Staatsministerin im Kultusministerium, einen Bericht zum Stand der Digitalisierung an Schulen im Kabinett vorgestellt.

Spezialist für Verwaltungsaufgaben

Dataport ist ein IT-Dienstleister, der sich auf Angebote für die Verwaltung spezialisiert hat. Es ist ein Unternehmen in der Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts. Sechs Bundesländer – Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt und ein kommunaler IT Verbund – sind daran beteiligt. Wenn es zu dem Vertrag kommt, setzt Baden-Württemberg bei der Software-Ausstattung der Schulen im Südwesten damit also auf einen Technologie-Import aus dem hohen Norden. Dataport ist darauf spezialisiert, Open-Source-Produkte für Verwaltungsanwendungen zu konfigurieren.

Bei der digitalen Ausstattung der Schulen hat Baden-Württemberg nach den Angaben des Kultusministeriums in den vergangenen Monaten Fortschritte gemacht. Im Blick auf die Software-Ausstattung können mittlerweile alle 4500 Schulen im Land auf die Lernprogramme Moodle und It’s Learning auf die Videokonferenz-Plattform Big Blue Button und den Messengerdienst Treema zurückgreifen. Bei der Hardware-Ausstattung haben die Corona-Hilfsprogramme als digitaler Booster für die Schulen gewirkt.

Ministerpräsident Kretschmann betonte, dass die Fördergelder in Baden-Württemberg sehr gut abgerufen würden. Laut Kultusministerium flossen in den vergangenen Jahren 1,1 Milliarden Euro in diesen Bereich. Darin sind enthalten die Mittel aus dem Digitalpakt, die landeseigene Anschubfinanzierung dazu und die Corona-Sonderprogramme zur Ausstattung mit Laptops und Tablets für Schüler und Lehrkräfte.