Wegen hoher Gaspreise

Schule in Bayern bekommt provisorische Holzheizung

In Bayern hat eine Kleinstadt eine mobile Holzheizung vor die Schule gestellt. Die Stadt produziert das Brennmaterial selbst und will viel Geld sparen.

Wasserdampf steigt vor der Schule in Stadtbergen aus dem Schornstein eines Containers, in dem sich  eine mobile Hackschnitzel-Heizung  befindet.

© dpa/Peter Kneffel

Wasserdampf steigt vor der Schule in Stadtbergen aus dem Schornstein eines Containers, in dem sich eine mobile Hackschnitzel-Heizung befindet.

Von jam/dpa

In Stadtbergen ist eine Schule kurzerhand auf eine provisorische Holzheizung umgestiegen, damit soll in Zeiten hoher Energiepreise viel Geld gespart werden. Vor der Parkschule steht seit Kurzem ein Container mit einer eingebauten Hackschnitzelheizung. Das Brennmaterial produziert die Stadt aus Holzresten selbst.

Die neuen Heizung soll nun in den nächsten Monaten getestet werden. Dafür sei zunächst einmal die mobile Container-Heizung gemietet worden, erklärte Stadtbaumeister Rainer Biedermann. „Wir beobachten, wie sich das über den Winter entwickelt.“ Im Frühjahr werde dann geschaut, ob die Stadt dauerhaft bei der Schule von Gas auf Hackschnitzel als Brennstoff umsteigt. „Ich bin guter Dinge, dass sich das etabliert und rechnet.“

Bisherige Gasheizung als Reserve

Stadtbergen ist eine Augsburger Nachbarkommune. Die bisherige Gasheizung der Grund- und Mittelschule soll zunächst noch in Betrieb bleiben als Reserve, falls es „einen sibirischen Winter“ gebe, erläuterte Biedermann. Dann könne mit Gas zugeheizt werden.

Das Brennmaterial stammt aus den städtischen Wäldern und Grünanlagen. Was dort an Gehölz anfalle, werde zu Hackschnitzeln zerkleinert. Der Bauhof habe schon Routine darin, das Hackgut dann regelmäßig als Brennmaterial anzuliefern. Denn in Stadtbergen gebe es bereits andere große Gebäude mit solchen Heizanlagen, sagte Biedermann.

Genaue Einsparungen noch nicht bezifferbar

Noch ist unklar, wie viel bei der Schule eingespart werden kann, weshalb der Stadtbaumeister die Einsparungen noch nicht konkret benennen will. Das könne erst nach dem Winter beziffert werden, weil die Gaspreisentwicklung nicht vorhersehbar sei. „Wir erhoffen uns eine hohe Einsparung, das ist klar“, sagte er. „Ein Hauptaugenmerk ist aber auch: Weg von den fossilen Energien.“

Biedermann verwies darauf, dass Holzheizungen als CO2-neutral gelten. Hintergrund ist, dass neue Bäume Kohlendioxid wieder binden. Aufgrund des aktuellen Booms bei diesen Heizungen weisen Kritiker aber auch darauf hin, dass Holz als Brennstoff weniger nachhaltig sei als bislang angenommen.

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Erstellt:
21. Oktober 2022, 14:04 Uhr

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