Universität Tübingen in der Energiekrise

So antwortet die Landesregierung auf den Notruf

Durch die hohen Energiekosten drohen der Universität Tübingen drastische Einschnitte im Personal. Nun antwortet die Wissenschaftsministerin auf den Hilferuf.

Petra Olschowski hat auf den Notruf der Tübinger Universität reagiert.

© Lichtgut/Christoph Schmidt

Petra Olschowski hat auf den Notruf der Tübinger Universität reagiert.

Von dpa/rk

Nach einem regelrechten Hilferuf der Tübinger Universität am Mittwoch meldet sich die Wissenschaftsministerin des Landes zu Wort. „Die Landesregierung lässt die Universitäten in der aktuellen Energiekrise nicht allein“, sagte die Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne). Der Haushaltsentwurf der Landesregierung für die Jahre 2023 und 2024 siehe eine Rücklage in Höhe von einer Milliarde Euro vor. Von dieser können nach Angaben Olschowskis auch die neun Universitäten profitieren.

Die Ministerin räumte aber auch ein, dass die gestiegenen Energiekosten nicht komplett kompensiert werden können. Die Hochschulen seien daher zum „konsequenten Energiesparen“ aufgerufen. „Mindestens 20 Prozent weniger Energieverbrauch ist das Ziel. Dabei sollten aber der grundlegende Betrieb der Hochschulen, wichtige Forschungsvorhaben und vor allem auch die Präsenzlehre nicht infrage gestellt werden“, hieß es aus dem Wissenschaftsministerium.

Universitätsrat wendet sich mit Hilferuf an Landesregierung

Zuvor hatte der Tübinger Universitätsrat die Landesregierung eindringlich dazu aufgerufen, ein Hilfsprogramm wegen der stark gestiegenen Energiekosten aufzulegen. „Anders als alle anderen staatlichen Hochschulen in Baden-Württemberg müssen die Universitäten die Kosten für Heizung und Strom aus ihrem eigenen Etat bestreiten“, sagte der Vorsitzende des Universitätsrats, Bernhard Sibold, am Mittwoch.

Ohne Hilfe blieben nur Einschnitte beim Personal. „Um unser strukturelles Defizit auszugleichen, müsste die Universität 20 Professuren einschließlich der dazu gehörenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsparen“, sagte Sibold. Dies hätte direkte und massive Auswirkungen auf Forschung und Lehre an der Universität Tübingen – auch Einschnitte in das Studienangebot wären unausweichlich.

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Erstellt:
14. Dezember 2022, 16:22 Uhr

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