Forderung aus Berlin

SPD-Chefin Esken will Reiche stärker belasten

Als Reaktion auf eine Frage zur Senkung der Einkommenssteuer fordert Saskia Esken im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass die Einkommens- und Vermögensstarken in den momentanen Krisen stärker zur Kasse gebeten werden sollen.

SPD-Co-Chefin Saskia Esken möchte Reiche in der momentanen Krise stärker zur Kasse bitten.

© IMAGO/Chris Emil /IMAGO/Chris Emil Janssen

SPD-Co-Chefin Saskia Esken möchte Reiche in der momentanen Krise stärker zur Kasse bitten.

Von red/dpa

Angesichts gegenwärtiger Krisen und Herausforderungen will SPD-Chefin Saskia Esken Reiche stärker in die Pflicht nehmen. „Wenn wir uns die Aufgaben anschauen, die vor uns liegen mit der Bildungsgerechtigkeit, der Digitalisierung, dem klimaneutralen Umbau dessen, wie wir wirtschaften und leben, dann denke ich eher, dass die sehr hohen Einkommen und Vermögen dazu mehr beitragen müssten“, sagte Esken den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie reagierte damit auf eine Frage nach einem Vorstoß aus dem Ressort von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), die Einkommenssteuer zu senken.

Esken sagt dazu, zuletzt habe man den Mindestlohn massiv angehoben, die niedrigen Einkommen bei den Sozialabgaben und die mittleren und hohen Einkommen bei der Steuer entlastet, damit die Inflation etwa besser bewältigt werden könne, erläuterte Esken. „Ich bin der Überzeugung: Die sehr hohen Einkommen hätten diese Entlastung nicht gebraucht.“

Das Papier aus dem Bundesfinanzministerium hält angesichts der aktuellen Wirtschaftslage eine Senkung der Einkommensteuer für angebracht. Der FDP-Politiker hatte seine Fachleute um Vorschläge gebeten, wie die wirtschaftliche Erholung beschleunigt und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gestärkt werden könnte. „Neben den genannten Maßnahmen kommt auch eine generelle Reduzierung des Tarifs bei Einkommen- und Körperschaftsteuer in Betracht“, heißt es in dem Papier. Alternativ sei die komplette Abschaffung des Solidaritätszuschlags denkbar. Bei den Koalitionspartnern SPD und Grüne hatte das Papier Kritik ausgelöst.

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Erstellt:
30. Dezember 2022, 10:32 Uhr

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