Batteriekonzern aus Ellwangen

Varta kappt Umsatzziel wegen schwacher Nachfrage

Der Batteriekonzern Varta rechnet mit weniger Umsatz als ursprünglich erhofft. Der Batteriekonzern verliert sowohl weltweit als auch auf dem Heimatmarkt an Nachfrage.

Der Batteriekonzern Varta leidet unter Umsatzrückgang. (Archivbild)

© dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Der Batteriekonzern Varta leidet unter Umsatzrückgang. (Archivbild)

Von red/dpa

Der kriselnde Batteriekonzern Varta rechnet wegen einer mauen Nachfrage mit weniger Umsatz als erhofft. Der Erlös dürfte sich im laufenden Jahr nun bei 820 Millionen bis 870 Millionen Euro einpendeln, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Ellwangen mit. Bislang hatte der Vorstand mindestens 900 Millionen Euro auf dem Zettel. In den ersten neun Monaten 2023 machte Varta rund 554 Millionen Euro Umsatz, aktuellere Geschäftszahlen gibt es wegen eines Hackerangriffs seitdem nicht.  

An den Börsen kam das nicht gut an. Im laufenden Jahr hat Varta weit mehr als die Hälfte an Börsenwert verloren, aus Sicht von fünf Jahren liegt das Minus sogar bei gut 80 Prozent.

Varta schon länger in der Krise

Das Marktumfeld für Energiespeicher habe sich weiter deutlich verschlechtert, insbesondere im zweiten Quartal des laufenden Jahres, hieß es von Varta. Neben der schwachen weltweiten Nachfrage verliere Varta auch im Heimatmarkt bei Energiespeichersystemen an Marktanteilen. Zudem belasteten verzögerte Produkteinführungen von Hochvoltspeicher die Umsatzentwicklung.

Der Batteriekonzern steckt schon länger in der Krise. Die Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen, etwa für Kopfhörer, schwankt stark. Zudem klagte Varta zuletzt über Billig-Konkurrenz aus China und anhaltende Probleme in den Lieferketten. Zu allem Überfluss hatten Hacker im Februar Vartas Computersysteme attackiert und die Produktion für mehrere Wochen lahmgelegt.

Varta bittet erneut um Hilfe

Mitte April hatte Varta eingestehen müssen, dass das eigene Umstrukturierungskonzept nicht mehr ausreicht, um wie geplant bis Ende 2026 auf einen profitablen Wachstumskurs zurückzukehren. Der Konzern rief seine Geldgeber erneut um Hilfe - die sollen aber erst einmal stillhalten, bis der Gutachter AuxilPartner das bestehende Sanierungsgutachten überarbeitet hat. Das neue Gutachten soll Mitte des Jahres vorliegen.

 

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Erstellt:
21. Juni 2024, 10:24 Uhr

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