BSH Hausgeräte

Warum BSH-Chefin Carla Kriwet geht

Die Bosch-Tochter BSH Hausgeräte ist auf Chefsuche. Carla Kriwet, die vor knapp zwei Jahren gekommen ist, verlässt den Bosch-Konzern.

Sucht neue Herausforderungen außerhalb des Bosch-Konzerns: Carla Kriwet

Sucht neue Herausforderungen außerhalb des Bosch-Konzerns: Carla Kriwet

Von Imelda Flaig

Bei Europas größtem Hausgerätehersteller, der Bosch-Tochter BSH, gibt es einen überraschenden Führungswechsel. Carla Kriwet, die erst im Juli 2020 den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen hatte, geht Ende der Woche und verlässt den Bosch-Konzern auf eigenen Wunsch.

Kriwet habe sich entschieden, das Unternehmen „aus persönlichen Gründen“ zum 30. April 2022 zu verlassen, teilte die BSH Hausgeräte GmbH mit Sitz in München mit.

Der Wechsel kommt überraschend, die Mitarbeiter wurden am Dienstag darüber informiert. Die Suche nach einer neuen Chefin oder einem neuen Chef laufe, sagte eine BSH-Sprecherin. Bis der Spitzenposten neu besetzt ist, wird BSH-Finanzchef Gerhard Dambach zusätzlich den Posten des Interimschefs übernehmen.

„Erfolgreiche und freudenbringende Jahre“

„Ich verlasse die BSH nach sehr erfolgreichen und freudebringenden Jahren aus persönlichen Gründen, um künftig eine neue Herausforderung außerhalb des Unternehmens anzunehmen“, lässt sich Kriwet zitieren. Wohin sie wechselt, lässt die 51-Jährige offen. Sie gehe in der Gewissheit, dass die BSH nach zwei Rekordjahren hervorragend für die Zukunft gerüstet sei.

Der Hausgerätehersteller, zu dem unter anderem die Marken Bosch, Siemens, Gaggenau und Neff gehören, hat ein Rekordjahr hinter sich. Der Umsatz stieg 2021 um zwölf Prozent auf ein Allzeithoch von 15,6 Milliarden Euro. Beschäftigt sind weltweit mehr als 60 000 Mitarbeiter.

Christian Fischer, Vize-Chef von Bosch und Aufsichtsratsvorsitzender der BSH, dankte Kriwet für ihr Engagement. „Carla hat die BSH überaus erfolgreich durch die schwierige Phase der Pandemie und die vielfältigen damit verbundenen Herausforderungen geführt und darüber hinaus viele neue Impulse gegeben. Wir bedauern ihre Entscheidung und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.“

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Vor ihrer Zeit bei Bosch hatte Kriwet schon etliche Konzernerfahrung gesammelt. Die promovierte Betriebswirtin, die in Essen geboren ist und deren Vater der langjährige und mittlerweile verstorbene Thyssen-Chef Heinz Kriwet war, arbeitete unter anderem als Beraterin für die Boston Consulting Group (BCG), wechselte dann zu Linde, danach zum Medizintechnikunternehmen Dräger und dann zu Philips, ehe sie zur BSH kam. Sie ist verheiratet und Mutter von drei Kindern.

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Erstellt:
27. April 2022, 12:06 Uhr
Aktualisiert:
27. April 2022, 12:11 Uhr

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