Sinkende Kurse an den Kryptomärkten

Warum fällt der Bitcoin?

Das Interesse an Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Litecoin ist in den vergangenen Jahren und Monaten stark gestiegen. Doch seit einigen Tagen fällt der Kurs stark. Die Hintergründe.

Bitcoin und andere Digitalwährungen liegen seit einiger Zeit stark im Trend. Doch aktuell sinken die Kurse solcher Risikoanlagen.

© dpa/Fernando Gutierrez-Juarez

Bitcoin und andere Digitalwährungen liegen seit einiger Zeit stark im Trend. Doch aktuell sinken die Kurse solcher Risikoanlagen.

Von hsp/dpa

Der Kursverfall von Kryptowährungen wie Bitcoin setzt sich seit einigen Tagen fort. Zu Wochenbeginn (9. Mai) lag der Wert laut Handelsplattform Bitfinex bei 33 738 Dollar (32 047 Euro). Damit hat die Währung seit Beginn des Monats über 11 Prozent an Wert verloren. Zuletzt hatte die Währung im Januar unter diesem Wert gelegen. Auch andere Digitalwährungen wie beispielsweise Etherum (Ether) oder Ripple haben zuletzt deutlich nachgegeben.+

Was aber sind die Gründe dafür? „Die Anleger befinden sich im Klammergriff der Zinssorgen“, sagte der Bitcoin-Experte Timo Emden von Emden-Research zu den Entwicklungen. Diesseits wie jenseits des Atlantiks herrsche „Zinsangst“ bei den Börsianern.

Steigende Zinsen sind Belastung für Risiko-Assets

Damit meint er: Viele Zentralbanken stemmen sich derzeit mit Zinsanhebungen gegen die hohe Inflation. Für riskante Geldanlagen wie Kryptowährungen allerdings stellen die steigenden Zinsen eine Belastung dar, weil sie im Gegensatz zu relativ sicheren Alternativen wie festverzinslichen Wertpapieren keine regelmäßigen Erträge abwerfen, also zinslos sind.

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An den Börsen bestehen laut dem Analysten Zweifel daran, dass die US-Notenbank Federal Reserve der Situation in Bezug auf Inflation und Rezessionsängsten gewachsen ist. Deshalb herrsche Ausverkaufsstimmung, gerade mit Blick auf Risikoassets.

Digitaldevisen bewegen sich in der Regel mit Aktienkursen

Insgesamt lasten seit Monaten vor allem zwei Entwicklungen auf den Digitalanlagen. Zum einen ist das die straffere Geldpolitik, die viele Zentralbanken wegen der hohen Inflation verfolgen. Zum anderen aber bewegen sich die als besonders riskant geltenden Digitaldevisen häufig mit der Kursentwicklung an den Aktienbörsen. Und dort war die Stimmung wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine zuletzt häufig trübe.

Bitcoin-Wert in den vergangenen Jahren enorm gestiegen

Betrachtet man die Entwicklung der Kryptowährung Bitcoin über mehrere Monate hinweg, fällt auf: Seit einem Rekordhoch im vergangenen November – damals stand er bei mehr als 67 000 US-Dollar – ist der Wert gesunken, zwischen Mitte Januar und Mitte April allerdings ging es noch einmal etwas nach oben.

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Betrachtet man die Wertentwicklung über mehrere Jahre hinweg aber sieht das anders aus: Im Oktober 2020 stand Bitcoin noch bei einem Wert von etwas mehr als 10 000 Dollar. Im Vergleich dazu also ist der Wert in den vergangenen Monaten und Jahren stark gestiegen.

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Erstellt:
9. Mai 2022, 10:42 Uhr

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