25. Todestag von Diana

Wie Diana die Monarchie veränderte

Vor 25 Jahren starb Prinzessin Diana nach einem Autounfall in Paris. Ihr Tod erschütterte die Welt. Ohne die Ex-Frau von Prinz Charles wäre das britische Königshaus nicht das, was es heute ist.

1988 in Australien:  strahlendes Lächeln war Dianas Markenzeichen.

© AFP/Patrick Riviere

1988 in Australien: strahlendes Lächeln war Dianas Markenzeichen.

Von Bettina Hartmann

Die Mondlandung, der Mauerfall, der 11. September: Es gibt Ereignisse, bei denen alle, die sie erlebt haben, noch ganz genau wissen, wo sie in diesem weltbewegenden Moment waren. So verhält es sich auch mit dem 31. August 1997. Schon früh am Morgen, einem Sonntag, läuft die Nachricht im Radio und Fernsehen rauf und runter: Prinzessin Diana ist tot. Bei einem Autounfall in Paris ist sie in der Nacht gestorben. Mit gerade mal 36 Jahren.

Nahbarer als die Royals

Bis heute ist die Ex-Frau des britischen Thronfolgers Prinz Charles (73) unvergessen. Doch woran liegt es, dass Dianas Schicksal auch 25 Jahre nach ihrem Tod die Menschen berührt? Vielleicht daran, dass sie sich als Erste deutlich vom Rest der königlichen Familie unterschied. Anders als die Queen (96) und Co. war Diana nahbar. Sie machte nie einen Hehl aus ihren Gefühlen, zeigte sich verletzlich, auf Augenhöhe, als echter Mensch. Ihr Vermächtnis wirkt nach – mit Folgen für das britische Königshaus.

Als Lady Diana Spencer 1981 in einer prunkvollen Zeremonie Prinz Charles heiratet, kann sich wohl keiner vorstellen, dass dieses Mauerblümchen einige Jahre später die Monarchie in ihren Grundfesten erschüttern, sie sogar fast zu Fall bringen wird. Doch innerhalb weniger Jahre entwickelt sich die scheue ehemalige Kindergärtnerin, die aus einer der ältesten Adelsfamilien Englands stammt, zur meistfotografierten, vielleicht begehrtesten Frau der Welt. In den 80ern und 90ern ist sie ein royaler Superstar, eine Modeikone, die „Königin der Herzen“.

Diana bricht die Regeln

Diana bringt Glamour in die bis dahin als steif und angestaubt wahrgenommene königliche Familie. Ihr Gesicht ziert unzählige Magazin-Cover. Für Schnappschüsse bezahlt die Boulevardpresse Millionen. Was ihrem Ehemann Charles nicht immer gefällt, denn er steht nun in ihrem Schatten.

Doch nur hübsch auszusehen, ist der Prinzessin zu wenig: Sie bricht Tabus, verletzt bis dahin gültige Regeln der Royals, macht etwa im sozialen Bereich mit als nicht salonfähig geltenden Themen von sich reden. So setzt sie sich für Obdachlose ein, kämpft für ein Verbot von Landminen und engagiert sich, obwohl ihre Berater vehement davon abraten, in der Aids-Hilfe. Sie wagt es sogar, ohne Gummihandschuhe die Hand eines Erkrankten zu halten. Das Foto geht um die Welt.

Bei aller Leidenschaft für ihre Hilfsprojekte: Diana versteht es, sich zu inszenieren, ihr Image zu formen, die Menschen samt Medien als Mischung aus Topmodel und Mutter Teresa für sich zu gewinnen. Der einstige britische Premier Tony Blair fasst es in seiner Autobiografie so zusammen: „Wir waren beide, jeder auf seine Weise, Manipulatoren – geschickt in der Auffassung von Gefühlen anderer und instinktiv geneigt, auf dieser Klaviatur zu spielen.“

Kein Unschuldslamm

So hat Diana entgegen ihres Dementis entscheidend an dem 1992 erschienenen Bestseller „Diana – ihre wahre Geschichte“ des Journalisten Andrew Morton mitgewirkt – und damit das Bild des vom Ehemann verschmähten und betrogenen Unschuldslamms geprägt. Obwohl sie selbst so manche Affäre hatte.

Drei Jahre später, nachdem die Trennung von Charles längst verkündet ist, gibt Diana der BBC ein legendäres Interview, das allein in Großbritannien eine Rekordzahl von fast 23 Millionen Zuschauern verfolgen. Sie berichtet über emotionale Kälte am Hof, ihre Essstörungen und Depressionen sowie die Untreue ihres Gatten – „Wir waren zu dritt in dieser Ehe“, sagt sie in die Kameras. Noch desaströser für die Royals: Die Prinzessin bezweifelt, dass Charles als König geeignet ist. Besser sei, wenn ihr Sohn William, damals 13, Elizabeth II. direkt folge. Eine schallende Ohrfeige für ihren Noch-Ehemann.

Imageverlust für die Queen

Wie Umfragen ergeben, verliert die Monarchie nach dem Interview dramatisch an Ansehen. Übertroffen wird der Imageverlust allerdings 1997 in den Tagen nach Dianas Tod. Während die Welt geschockt ist, und die Briten massenhaft die Fassung verlieren, bleibt die Königin stumm.

Hunderttausende legen Blumen vor den Palästen in London ab, stehen Schlange, um ihrem Schmerz in Kondolenzbüchern Ausdruck zu geben, liegen sich weinend in den Armen – und Elizabeth II. weilt auf ihrem Landsitz. Dass sie sich dort um Dianas am Boden zerstörte Söhne kümmert, ihre Enkelkinder William und Harry, interessiert keinen. Der Gesellschaftsreporter Charles Rae erinnert sich an die feindliche Stimmung: „Die Leute waren wütend. Sie wollten ihre Queen sehen.“

Das Königshaus wird moderner

Schließlich gibt die Königin nach, legt selbst Blumen vor den Kensington-Palast, Dianas Wohnsitz. Am Abend wendet sie sich im Fernsehen ans Volk – eine PR-Meisterleistung, die Massen vergeben ihr. Spätestens an diesem denkwürdigen Tag verändert sich die Monarchie jedoch für immer. Das Königshaus öffnet sich, wird moderner und damit greifbarer.

Dass Dianas Sohn William kürzlich nach dem EM-Sieg die britischen Fußballnationalspielerinnen so herzlich wie publikumswirksam umarmte, wäre ohne die Prinzessin von Wales kaum denkbar gewesen. Die Außenseiterin hat dem Königshaus somit in gewisser Weise zu neuem Ansehen, zu neuer Stabilität verholfen – und vielleicht sogar Geschichte vorausgenommen: Laut Umfrage sehen nur 27 Prozent der Briten Charles als künftigen König, fast die Hälfte wünscht sich William statt seines Vaters auf dem Thron.

Keine Gedenkfeier für Diana geplant

Gedenken Von offizieller Seite ist anlässlich des 25. Todestags von Diana nichts geplant. Es wird keine Gedenkfeier geben.

Statement Dass die Queen oder Charles mit einem offiziellen Statement an die verstorbene Prinzessin erinnern, ist ebenfalls nicht zu erwarten. Man kann aber davon ausgehen, dass sich William und Harry auf den sozialen Medien mit emotionalen Worten an Diana wenden. Sie betonen immer wieder, wie sehr sie ihre Mutter vermissen.

1961 wird Diana Spencer auf einem Landgut im ostenglischen Norfolk geboren. Diana ist die jüngste Tochter des achten Earl of Spencer, der seinen edlen Stammbaum bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen kann.

© imago images / United Archives International

1961 wird Diana Spencer auf einem Landgut im ostenglischen Norfolk geboren. Diana ist die jüngste Tochter des achten Earl of Spencer, der seinen edlen Stammbaum bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen kann.

Ihr drei Jahre jüngerer Bruder Charles wird Dianas engster Vertrauter - vor allem, nachdem sich ihre Eltern 1968 scheiden lassen und die Mutter kaum mehr Kontakt zu ihren Kindern hat.

© imago images / Belga

Ihr drei Jahre jüngerer Bruder Charles wird Dianas engster Vertrauter - vor allem, nachdem sich ihre Eltern 1968 scheiden lassen und die Mutter kaum mehr Kontakt zu ihren Kindern hat.

Mit neun Jahren kommt Diana aufs Internat. Sie ist eine mittelmäßige Schülerin und verlässt die Schule mit 16, ...

© imago images / United Archives

Mit neun Jahren kommt Diana aufs Internat. Sie ist eine mittelmäßige Schülerin und verlässt die Schule mit 16, ...

... um in London Kindergärtnerin zu werden. Auf einer Jagdgesellschaft lernt Diana 1977 den jungen britischen Thronfolger Prinz Charles kennen.

© IMAGO / United Archives

... um in London Kindergärtnerin zu werden. Auf einer Jagdgesellschaft lernt Diana 1977 den jungen britischen Thronfolger Prinz Charles kennen.

Der Queen gefällt die junge Adelige aus einer der ersten Familien Englands. Immer häufiger lanciert der Hof Treffen zwischen Diana und dem Prinzen von Wales. Elizabeth II. will den Prinzen auf andere Gedanken bringen: ...

© UPI/dpa

Der Queen gefällt die junge Adelige aus einer der ersten Familien Englands. Immer häufiger lanciert der Hof Treffen zwischen Diana und dem Prinzen von Wales. Elizabeth II. will den Prinzen auf andere Gedanken bringen: ...

Denn der ist unglücklich verliebt - in die ein Jahr ältere und verheiratete Camilla Parker Bowles. Camilla hatte es 1973 aufgegeben, auf Charles’ Antrag zu warten, und dem Major Andrew Parker Bowles das Ja-Wort gegeben.

© dpa

Denn der ist unglücklich verliebt - in die ein Jahr ältere und verheiratete Camilla Parker Bowles. Camilla hatte es 1973 aufgegeben, auf Charles’ Antrag zu warten, und dem Major Andrew Parker Bowles das Ja-Wort gegeben.

Im Februar 1981 gibt der Buckingham Palace die Verlobung des Thronfolgers mit der fast 13 Jahre jüngeren Diana bekannt. Die Zeitungen, aber auch das britische Volk überschlagen sich vor Begeisterung. Der Prinz antwortet bei der Bekanntgabe auf die Frage eines Journalisten, ob er verliebt sei: „Was auch immer Liebe bedeutet...“.

© dpa/STR

Im Februar 1981 gibt der Buckingham Palace die Verlobung des Thronfolgers mit der fast 13 Jahre jüngeren Diana bekannt. Die Zeitungen, aber auch das britische Volk überschlagen sich vor Begeisterung. Der Prinz antwortet bei der Bekanntgabe auf die Frage eines Journalisten, ob er verliebt sei: „Was auch immer Liebe bedeutet...“.

Am 29. Juli 1981 geben sich Diana und Charles in der St. Paul’s Cathedral in London das Ja-Wort. Eine Hochzeit der Superlative: Die kleinere Westminster Abbey, wo sich die Windsors traditionell vermählen, hat das Nachsehen - sie hätte die Masse an Gästen nicht fassen können.

© dpa

Am 29. Juli 1981 geben sich Diana und Charles in der St. Paul’s Cathedral in London das Ja-Wort. Eine Hochzeit der Superlative: Die kleinere Westminster Abbey, wo sich die Windsors traditionell vermählen, hat das Nachsehen - sie hätte die Masse an Gästen nicht fassen können.

Rund 750 Millionen Fernsehzuschauer in aller Welt verfolgen die Trauung und seufzen entzückt ob des Kusses auf dem Balkon des Buckingham Palace.

© dpa

Rund 750 Millionen Fernsehzuschauer in aller Welt verfolgen die Trauung und seufzen entzückt ob des Kusses auf dem Balkon des Buckingham Palace.

Rückblickend wird Diana sagen, es sei der schlimmste Tag ihres Lebens gewesen.

© dpa

Rückblickend wird Diana sagen, es sei der schlimmste Tag ihres Lebens gewesen.

Zunächst geht die Ehe, die so märchenhaft begann, auch märchenhaft weiter: Am 21. Juni 1982 kommt Thronfolger William Arthur Philip Louis Mountbatten-Windsor zur Welt.

© dpa

Zunächst geht die Ehe, die so märchenhaft begann, auch märchenhaft weiter: Am 21. Juni 1982 kommt Thronfolger William Arthur Philip Louis Mountbatten-Windsor zur Welt.

Diana wird später sagen, ob des ganzen Medienrummels sei ihr gewesen, „als läge ganz England mit in den Wehen“.

© dpa

Diana wird später sagen, ob des ganzen Medienrummels sei ihr gewesen, „als läge ganz England mit in den Wehen“.

1984 kommt Williams Bruder Harry zur Welt.

© dpa

1984 kommt Williams Bruder Harry zur Welt.

Doch die Ehe von Diana und Charles ist nicht so glücklich, wie sie von außen scheint.

© dpa

Doch die Ehe von Diana und Charles ist nicht so glücklich, wie sie von außen scheint.

Die Windsors führen eine Ehe zu dritt: Während sich Diana um die Söhne kümmert, hat Charles die Beziehung zu seiner Jugendliebe Camilla wieder aufleben lassen.

© dpa

Die Windsors führen eine Ehe zu dritt: Während sich Diana um die Söhne kümmert, hat Charles die Beziehung zu seiner Jugendliebe Camilla wieder aufleben lassen.

Die Prinzen müssen erleben, wie die Ehe ihrer Eltern in die Brüche geht.

© dpa

Die Prinzen müssen erleben, wie die Ehe ihrer Eltern in die Brüche geht.

Nicht nur Charles, auch Diana begibt sich Mitte der 80er Jahre auf Abwege: Sie verliebt sich ...

© dpa

Nicht nur Charles, auch Diana begibt sich Mitte der 80er Jahre auf Abwege: Sie verliebt sich ...

... in den Reitlehrer James Hewitt. Die Gerüchte, Prinz Harry sei das Ergebnis dieser Liaison, bestreitet Hewitt: Harry sei schon ein Kleinkind gewesen, als die Liebelei mit der Prinzessin von Wales begann. Ihre äußerliche Ähnlichkeit sei reiner Zufall: „Harry ist ein viel hübscherer Kerl als ich je war.“

© dpa

... in den Reitlehrer James Hewitt. Die Gerüchte, Prinz Harry sei das Ergebnis dieser Liaison, bestreitet Hewitt: Harry sei schon ein Kleinkind gewesen, als die Liebelei mit der Prinzessin von Wales begann. Ihre äußerliche Ähnlichkeit sei reiner Zufall: „Harry ist ein viel hübscherer Kerl als ich je war.“

Ende der 1980er Jahre entgeht auch der Öffentlichkeit nicht mehr, dass etwas schief läuft in der Ehe des Thronfolgerpaares.

© AFP

Ende der 1980er Jahre entgeht auch der Öffentlichkeit nicht mehr, dass etwas schief läuft in der Ehe des Thronfolgerpaares.

Erst 1992 ziehen Diana und Charles einen Schlussstrich: Premierminister John Major gibt im Unterhaus bekannt, dass das Kronprinzenpaar sich getrennt hat.

© dpa

Erst 1992 ziehen Diana und Charles einen Schlussstrich: Premierminister John Major gibt im Unterhaus bekannt, dass das Kronprinzenpaar sich getrennt hat.

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist ein Buch, das Diana zusammen mit dem Autor Andrew Morton schreibt: „Diana: Her True Story“ macht Charles’ Affäre mit Camilla öffentlich.

© dpa

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist ein Buch, das Diana zusammen mit dem Autor Andrew Morton schreibt: „Diana: Her True Story“ macht Charles’ Affäre mit Camilla öffentlich.

In den folgenden Jahren führt Diana einen wahren Rachefeldzug gegen die Königsfamilie. Ihre Waffe: Die Medien. Die Schlacht gipfelt 1995 in einem Fernsehinterview mit Martin Bashir, in dem sie ihre Ehe mit Charles als Martyrium darstellt, das sie in Depression, Bulimie und schließlich in die Arme von James Hewitt trieb.

© dpa

In den folgenden Jahren führt Diana einen wahren Rachefeldzug gegen die Königsfamilie. Ihre Waffe: Die Medien. Die Schlacht gipfelt 1995 in einem Fernsehinterview mit Martin Bashir, in dem sie ihre Ehe mit Charles als Martyrium darstellt, das sie in Depression, Bulimie und schließlich in die Arme von James Hewitt trieb.

Die Queen ist entsetzt von dieser medialen Schlammschlacht und drängt Charles und Diana, endlich die Scheidung einzureichen. 1995 ist die Ehe des Kronprinzenpaares auch offiziell am Ende. Was bleibt, ist ein tiefes Misstrauen, das Elizabeth II. gegenüber ihrer Ex-Schwiegertochter hegt.

© Imago

Die Queen ist entsetzt von dieser medialen Schlammschlacht und drängt Charles und Diana, endlich die Scheidung einzureichen. 1995 ist die Ehe des Kronprinzenpaares auch offiziell am Ende. Was bleibt, ist ein tiefes Misstrauen, das Elizabeth II. gegenüber ihrer Ex-Schwiegertochter hegt.

Doch Diana will nicht als rachsüchtige Ex in die Geschichte eingehen. Nach der Scheidung intensiviert sie ihr karitatives Engagement noch: Sie unterstützt Mutter Teresas Kampf für die Armen und Siechenden in Kalkutta...

© dpa

Doch Diana will nicht als rachsüchtige Ex in die Geschichte eingehen. Nach der Scheidung intensiviert sie ihr karitatives Engagement noch: Sie unterstützt Mutter Teresas Kampf für die Armen und Siechenden in Kalkutta...

... und kümmert sich um die Belange von Aidskranken und Landminenopfern. Das bringt Diana weltweit viel Sympathie ein. Wird Di nach ihrer Scheidung auch niemals Königin von Großbritannien sein - eine „Königin der Herzen“ ist sie allemal.

© dpa

... und kümmert sich um die Belange von Aidskranken und Landminenopfern. Das bringt Diana weltweit viel Sympathie ein. Wird Di nach ihrer Scheidung auch niemals Königin von Großbritannien sein - eine „Königin der Herzen“ ist sie allemal.

Kollektive Hysterie entsteht überall dort, wo Lady Di auftaucht. Doch ihr gutes Verhältnis zu Presse und Fotografen kehrt sich um ...

© dpa

Kollektive Hysterie entsteht überall dort, wo Lady Di auftaucht. Doch ihr gutes Verhältnis zu Presse und Fotografen kehrt sich um ...

Nach der Scheidung und dem öffentlichen Rosenkrieg erklären die Medien Diana praktisch zu Freiwild: Die Prinzessin wird zur Gejagten. Bald ist Diana nirgends mehr vor Fotografen sicher - sie sind überall, denn die Presse zahlt utopische Summen für Fotos der Prinzessin.

© dpa

Nach der Scheidung und dem öffentlichen Rosenkrieg erklären die Medien Diana praktisch zu Freiwild: Die Prinzessin wird zur Gejagten. Bald ist Diana nirgends mehr vor Fotografen sicher - sie sind überall, denn die Presse zahlt utopische Summen für Fotos der Prinzessin.

Im Sommer 1997 gehen Bilder um die Welt, die Diana zusammen mit Dodi Al Fayed, dem Sohn des ägyptischen Multimillionärs Mohammed Al Fayed, zeigen. Die Prinzessin wirkt entspannt und endlich wieder glücklich.

© imago images / E-PRESS PHOTO.com

Im Sommer 1997 gehen Bilder um die Welt, die Diana zusammen mit Dodi Al Fayed, dem Sohn des ägyptischen Multimillionärs Mohammed Al Fayed, zeigen. Die Prinzessin wirkt entspannt und endlich wieder glücklich.

Das Glück dauert nur allzu kurz: Am Abend des 30. August 1997 verlassen Diana und Dodi in Paris das Hotel Ritz. Gejagt von Paparazzi rast die Limousine mit Diana und ihrem Freund gegen einen Brückenpfeiler. Dodi und der Chauffeur Henri Paul sind sofort tot, Stunden später verlieren die Ärzte auch den Kampf um Dianas Leben. Die Gerüchte, dass es Mord gewesen sein könnte, sind auch Jahre nach ihrem Tod nicht ganz verstummt - obwohl eine Obduktion ergibt, dass Henri Paul unter Alkoholeinfluss stand.

© dpa

Das Glück dauert nur allzu kurz: Am Abend des 30. August 1997 verlassen Diana und Dodi in Paris das Hotel Ritz. Gejagt von Paparazzi rast die Limousine mit Diana und ihrem Freund gegen einen Brückenpfeiler. Dodi und der Chauffeur Henri Paul sind sofort tot, Stunden später verlieren die Ärzte auch den Kampf um Dianas Leben. Die Gerüchte, dass es Mord gewesen sein könnte, sind auch Jahre nach ihrem Tod nicht ganz verstummt - obwohl eine Obduktion ergibt, dass Henri Paul unter Alkoholeinfluss stand.

Die Trauer um die Prinzessin von Wales ist grenzenlos, nimmt teilweise fast hysterische Züge an: Hunderttausende legen vor dem Buckingham Palace Blumen ab - und sehnen sich in der Stunde der Verzweiflung nach der Nähe ihrer Königin.

© dpa

Die Trauer um die Prinzessin von Wales ist grenzenlos, nimmt teilweise fast hysterische Züge an: Hunderttausende legen vor dem Buckingham Palace Blumen ab - und sehnen sich in der Stunde der Verzweiflung nach der Nähe ihrer Königin.

Statt sich in London den Trauernden zu zeigen, zieht es Elizabeth vor, sich mit Ehemann Prinz Philip und dem Rest des Windsor-Clans nach Schottland zurückzuziehen. Das Volk ist verstört.

© AFP

Statt sich in London den Trauernden zu zeigen, zieht es Elizabeth vor, sich mit Ehemann Prinz Philip und dem Rest des Windsor-Clans nach Schottland zurückzuziehen. Das Volk ist verstört.

Erst als ihre Berater sie dazu drängen, richtet sich die Queen schließlich in einer bewegenden Fernsehansprache an ihr Volk. „In guten wie in schlechten Zeiten verlor sie nie ihre Fähigkeit zu lächeln“, sagt sie über die Ex-Frau ihres Sohnes Charles, deren jahrelangen Rosenkrieg die Queen stoisch, aber „not amused“ ertrug.

© dpa/BBC

Erst als ihre Berater sie dazu drängen, richtet sich die Queen schließlich in einer bewegenden Fernsehansprache an ihr Volk. „In guten wie in schlechten Zeiten verlor sie nie ihre Fähigkeit zu lächeln“, sagt sie über die Ex-Frau ihres Sohnes Charles, deren jahrelangen Rosenkrieg die Queen stoisch, aber „not amused“ ertrug.

Schließlich zeigen sich die Queen und Prinz Philip auch vor dem Kensington-Palast und spenden den unzähligen Trauernden Trost. Dianas Sarg wird in der Königlichen Kapelle des St. James’ Palace aufgebahrt, die eigentlich Mitgliedern der Königsfamilie vorbehalten ist - die Menschlichkeit siegt über das Protokoll.

© dpa

Schließlich zeigen sich die Queen und Prinz Philip auch vor dem Kensington-Palast und spenden den unzähligen Trauernden Trost. Dianas Sarg wird in der Königlichen Kapelle des St. James’ Palace aufgebahrt, die eigentlich Mitgliedern der Königsfamilie vorbehalten ist - die Menschlichkeit siegt über das Protokoll.

Am 6. September 1997 nimmt die Welt Abschied von Diana. 2,5 Milliarden Menschen weltweit verfolgen die Trauerfeier in der Westminster Abbey.

© AFP

Am 6. September 1997 nimmt die Welt Abschied von Diana. 2,5 Milliarden Menschen weltweit verfolgen die Trauerfeier in der Westminster Abbey.

In seiner Trauerrede erhebt Dianas Bruder Charles Spencer (Mitte) schwere Vorwürfe gegen die Medien und  gibt ihnen indirekt die Schuld am Tod seiner Schwester. „Sie war die Essenz von Mitgefühl, Pflichtbewusstsein, Stil, Schönheit.“ Als Spencer endet, brandet Applaus auf – von den Hunderttausenden, die den Gottesdienst an Leinwänden im Hyde-Park und Regent’s-Park mitverfolgen.

© AFP

In seiner Trauerrede erhebt Dianas Bruder Charles Spencer (Mitte) schwere Vorwürfe gegen die Medien und gibt ihnen indirekt die Schuld am Tod seiner Schwester. „Sie war die Essenz von Mitgefühl, Pflichtbewusstsein, Stil, Schönheit.“ Als Spencer endet, brandet Applaus auf – von den Hunderttausenden, die den Gottesdienst an Leinwänden im Hyde-Park und Regent’s-Park mitverfolgen.

Großbritanniens Mitgefühl und Sorge gilt den Söhnen Dianas: Prinz William ist 15, Harry erst zwölf Jahre alt, als ihnen das Unglück die Mutter nimmt. Charles’ größte Sorge ist, dass die Buben wie Diana zu Gejagten der Medien werden: Königshaus und Presse schließen einen Pakt - abseits offizieller Auftritte dürfen die Prinzen in Ruhe erwachsen werden.

© dpa

Großbritanniens Mitgefühl und Sorge gilt den Söhnen Dianas: Prinz William ist 15, Harry erst zwölf Jahre alt, als ihnen das Unglück die Mutter nimmt. Charles’ größte Sorge ist, dass die Buben wie Diana zu Gejagten der Medien werden: Königshaus und Presse schließen einen Pakt - abseits offizieller Auftritte dürfen die Prinzen in Ruhe erwachsen werden.

Die „Königin der Herzen“ wirkt nach - auch über ihren Tod hinaus: Diana hat Großbritanniens Monarchie herausgefordert, aber auch ein bisschen menschlicher gemacht.

© dpa

Die „Königin der Herzen“ wirkt nach - auch über ihren Tod hinaus: Diana hat Großbritanniens Monarchie herausgefordert, aber auch ein bisschen menschlicher gemacht.

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Erstellt:
28. August 2022, 08:10 Uhr

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