Kritik von Immobilienverband

Wohnungsneubau bricht laut BFW in Deutschland ein

Der Immobilienverband BFW beobachten einen massiven Einbruch beim Wohnungsbau in Deutschland. Das Ende des Baubooms nahe.

Blick auf Stuttgart – auch hier wurden ehrgeizige Wohnungsbauziele gesetzt.

© IMAGO/YAY Images/IMAGO/juniart

Blick auf Stuttgart – auch hier wurden ehrgeizige Wohnungsbauziele gesetzt.

Von sma/Reuters

Aufgrund steigender Zinsen und höherer Kosten warnt die Immobilienbranche vor einem Ende des Baubooms. Der Wohnungsneubau breche massiv ein, teilte der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) am Mittwoch zu einer Umfrage unter seinen rund 1600 Mitgliedern mit. Die meisten Unternehmen stellten ihre geplanten Projekte zurück oder hätten sie sogar bereits ganz aufgegeben. „Das ist keine Delle beim Neubau, das ist die Vollbremsung einer ganzen Branche“, sagte BFW-Präsident Dirk Salewski. „In der aktuellen Situation ist Neubau ohnehin nicht mehr kalkulierbar wegen steigender Bauzinsen, explodierender Baukosten und gestörter Lieferketten.“

Für die nahe Zukunft sei ein Einbruch bei den Neubau-Projekten absehbar. Rund 70 der befragten Firmen gebe an, sie würden die Hälfte der geplanten Vorhaben im aktuellen Umfeld überhaupt nicht mehr umsetzen. Hochgerechnet bedeute das einen Rückgang zwischen 50.000 und 75.000 neuen Wohnungen. „Die Ziele der Bundesregierung von 400.000 Neubauwohnungen werden so nicht ansatzweise zu erreichen sein“, warnte Salewski. Zuletzt war auch die Zahl der Baugenehmigungen gesunken.

Regeln unter die Lupe nehmen

Die BFW-Mitgliedsunternehmen stehen dem Verband zufolge für 50 Prozent des Wohnungs- und 30 Prozent des Gewerbeneubaus. „Wir brauchen jetzt verlässliche Förderbedingungen, wirtschaftliche und realistische Neubau-Anforderungen und vor allem mehr Bauland“, sagte Salewski. Alle Regeln müssten genau unter die Lupe genommen und zusätzliche Kostentreiber ausgesetzt oder ganz abgeschafft werden. Das neue Fördersiegel für nachhaltige Gebäude QNG sei unattraktiv und wirkungslos. „Wenn wir nicht bauen können, weil es zu teuer, zu kompliziert oder einfach unrentabel ist, wird uns die Wohnungsnot noch lange begleiten“, mahnte der BFW-Präsident.

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Erstellt:
20. Juli 2022, 15:01 Uhr

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