Chef der Cosa Nostra

Zustand von Mafiaboss verschlechtert sich

Der gesundheitliche Zustand von Matteo Messina Denaro hat sich deutlich verschlechtert. Italiens bekanntester Mafiaboss leidet an Krebs.

Matteo Messina Denaro soll Dutzende Morde begangen oder organisiert haben.

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Matteo Messina Denaro soll Dutzende Morde begangen oder organisiert haben.

Von red/AFP/dpa

Acht Monate nach seiner Verhaftung hat sich der Gesundheitszustand von Italiens bekanntestem Mafiaboss Matteo Messina Denaro erheblich verschlechtert. Der an Krebs erkrankte 61-Jährige liegt nach Angaben seiner Ärzte seit Freitagabend in einem irreversiblen Koma, aus dem er nicht mehr aufwachen werde.

Auf seinen eigenen Wunsch seien lebenserhaltende Maßnahmen eingestellt worden, teilten die Mediziner aus dem Krankenhaus der mittelitalienischen Stadt L’Aguila mit. Messina Denaro leidet an Darmkrebs.

Als Boss der sizilianischen Cosa Nostra war er bis Beginn dieses Jahres Italiens meistgesuchter Verbrecher. Er soll Dutzende Morde begangen oder organisiert haben - auch die tödlichen Bombenanschläge auf die Mafiajäger Giovanni Falcone und Paolo Borsellino 1992. Neben den Attentaten auf die Richter wurde ihm unter anderem eine Mitwirkung an Mafia-Anschlägen in Rom, Mailand und Florenz im Jahr 1993 zur Last gelegt, bei denen insgesamt zehn Menschen getötet wurden. Danach war Messina Denaro untergetaucht.

Nach drei Jahrzehnten auf der Flucht wurde er Mitte Januar auf Sizilien verhaftet. Dort wollte er sich wegen seines Krebsleidens in Palermo unter falschem Namen in einer Privatklinik behandeln lassen.

Chemotherapie und Operationen

Nach Angaben der Ärzte musste sich Messina Denaro seither zwei Operationen unterziehen, die letzte davon im August. Außerdem bekam er eine Chemotherapie. Wegen seiner Erkrankung wurde im Hochsicherheitsgefängnis von L’Aquila zunächst neben seiner Zelle eine Art Krankenstation eingerichtet.

Im Sommer verlegte man ihn dann unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in eine Gefängnisklinik. In den vergangenen Tagen habe er dort Besuch von seiner Familie erhalten, berichtete die Zeitung „Corriere della Sera“.

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Erstellt:
23. September 2023, 15:24 Uhr

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