Volleyballerinnen holen Double

Allianz MTV Stuttgart und die perfekte Saison

Die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart haben ihre perfekte Saison mit dem Double gekrönt. Der Ehrgeiz muss bleiben, als Messlatte sollte diese Spielzeit aber nicht dienen, kommentiert unser Autor Jochen Klingovsky.

Allianz MTV Stuttgart und die perfekte Saison

Jubel und Erleichterung: Allianz MTV Stuttgart ist nun auch wieder Meister.

Von Jochen Klingovsky

Eines vorneweg, ganz unabhängig vom Ausgang des letzten Spiels: Was die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart und dem SC Potsdam in der Finalserie um die Meisterschaft gezeigt haben, war beste Werbung für diesen attraktiven Sport. Überragende Leistungen, unbändiger Wille trotz eines absurden Terminplans mit drei Spielen innerhalb von vier Tagen – beiden Teams gebührt allergrößter Respekt.

Bemerkenswerte Comebacks

Obwohl die Stuttgarterinnen in dieser Saison die klare Nummer eins der Bundesliga waren und den Pokal gewannen, mussten sie um das Double viel härter kämpfen als gedacht. Das lag an der Stärke des Gegners, aber auch daran, dass der große Favorit ausgerechnet in den ersten beiden Play-off-Heimspielen völlig ungewohnte Schwächen zeigte. Umso bemerkenswerter ist, dass sich das Team trotzdem nie aufgegeben hat, am Freitag in Potsdam das drohende Saison-Aus abwendete und letztlich allen Widerständen trotzte. Keine Frage: Diese Meisterschaft hat sich Allianz MTV Stuttgart nicht nur erspielt und erarbeitet, sondern auch absolut verdient. Und somit alles richtig gemacht.

Eine neue Messlatte?

Es gab in Stuttgart noch nie einen teureren Kader (Personalkosten: rund eine Million Euro), doch diese Investition hat sich absolut gelohnt. Erst der Einzug ins Finale des europäischen CEV-Cups, dann der Pokalsieg, nun die am Ende furios erspielte Meisterschaft – es ging Schlag auf Schlag in diesem nahezu perfekten Jahr, nach dem eine Steigerung kaum mehr möglich scheint. Natürlich ist nun das Ziel, diese Erfolge zu wiederholen, doch es wäre unfair, künftig alles an dieser außergewöhnlichen Saison zu messen. Dafür hat viel zu viel wunderbar funktioniert. Bis zum letzten Ballwechsel.