Deutschlands nächster WM-Gegner

Das macht Spanien so stark

Der nächste deutsche WM-Gegner Spanien strotzt vor Selbstbewusstsein. Und verfügt über eine große Auswahl an hochklassigen Spielern wie Gavi. Der 18-Jährige wird bereits als kommender Weltstar gehandelt.

Der kommende Superstar? Gavi (li.) jubelt mit Jose Gaya.

© dpa/Pavel Golovkin

Der kommende Superstar? Gavi (li.) jubelt mit Jose Gaya.

Von Carsten Muth

Das war mal eine Ansage. Mit 7:0 hat die spanische Fußball-Nationalmannschaft ihr Auftaktspiel gegen Costa Rica gewonnen. Sieben Treffer im ersten Spiel bei der Wüsten-WM. Kein Wunder, dass die Spanier gut drauf sind. „Dieses Ergebnis stärkt uns alle“, sagt Trainer Luis Enrique. Am Sonntag (20 Uhr/ZDF) könnte sein Team im Al-Bayt-Stadion der deutschen Mannschaft den Todesstoß versetzen. Ein Sieg – und die DFB-Elf wäre wohl raus, Spanien hingegen könnte fürs Achtelfinale planen.

Luis Enrique setzt auf junge Spieler

Der Trainer dürfte sich dann bestätigt fühlen. Luis Enrique setzt auf junge Spieler, treibt den Umbau der Mannschaft, der schon bei der EM im vergangenen Jahr zu erkennen war, konsequent fort. Der Weltmeister von 2010 ist mit dem zweitjüngsten Kader an den Persischen Golf gereist. 25,6 Jahre beträgt das Durchschnittsalter, jünger sind nur die US-Boys. Enrique ließ sogar den erfahrenen Thiago (31) vom FC Liverpool zu Hause. Barcelonas Sergio Busquets hebt mit seinen 34 Jahren den Altersdurchschnitt erheblich.

Um den erfahrenen Haudegen im zentralen defensiven Mittelfeldspieler herum tummeln sich die Offensiven: Pedri (FC Barcelona, 20), Ferran Torres (FC Barcelona, 22), Dani Olmo (24, RB Leipzig) und Gavi (FC Barcelona, 18). Pass- und dribbelstarke, kreative, schnelle und wendige Kicker. Spieler, die in den spanischen Leistungszentren bestens ausgebildet worden sind und schon in jungen Jahren eine erstaunliche Reife besitzen.

Der 18-jährige Gavi, der mit bürgerlichem Namen Pablo Martin Paez Gavira heißt, wird bereits als kommender Weltstar gehandelt. Sein Coach Luis Enrique jedenfalls ist ganz entzückt von seinem Jungstar, der gegen Costa Rica ein Tor schoss und zwei Treffer wunderbar vorbereitete. „Er ist außergewöhnlich“, sagt Enrique. Reporter verglichen den Gepriesenen nach dem Auftaktsieg mit dem jungen Messi oder dem jungen Pelé. Angesprochen auf solche Parallelen schwieg Gavi, schmunzelte, genoss.

Gavi hält nun zwei Rekorde

Zwei Rekorde hat der junge Mann, der 2021 im Alter von 17 Jahren und 62 Tagen sein Debüt im spanischen Nationaltrikot feierte, schon gebrochen. Er ist der jüngste spanische Nationalspieler der Geschichte – und nun auch der jüngste Spanier, der je bei einer WM-Endrunde getroffen hat. Jungstar Gavi hat beim finanziell arg gebeutelten spanischen Spitzenclub FC Barcelona einen Vertrag bis 2026 unterschrieben. Wer den 18-Jährigen vorher aus seinem Vertrag loseisen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Die Ausstiegsklausel liegt Medienberichten zufolge bei einer Milliarde Euro.

Die Iberer verfügen fast schon traditionell über eine große Auswahl an hochklassigen Spielern. Die Quelle, aus der in Spanien in schöner Regelmäßigkeit erstklassige Fußballspieler fließen, ist schier unerschöpflich. Bei der EM 2021, bei der die Spanier im Halbfinale unglücklich dem späteren Europameister Italien unterlagen, war Ferran Torres in aller Munde. Diesmal wird Gavi ganz heiß gehandelt.

Volle Konzentration auf Deutschland

Costa Rica haben die Spanier abgehakt. Die volle Konzentration gilt Deutschland, gegen das man in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht hat. Trainer Einrique ist überzeugt, dass es seine Jungs weit bringen und damit jene Experten bestätigen können, die Spanien schon vor dem Turnier als Titelaspirant genannt hatten.

Nachlassen wird Spanien nicht, betont Enrique. Seine Rasselbande will mehr. Nicht nur die vorzeitige Qualifikation für das Achtelfinale. Er sagt: „Ich habe keine Zweifel, dass wir gegen Deutschland mit der gleichen Intensität antreten werden – oder sogar mit einer noch größeren.“

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Erstellt:
26. November 2022, 10:16 Uhr

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