Pressestimmen zum Supercup

„Eintracht Frankfurt werden die Grenzen aufgezeigt“

Vor gut einem Vierteljahr jubelte Eintracht Frankfurt über den Gewinn der Europa League – im Supercup gegen Real Madrid (0:2) hängen die Trauben allerdings zu hoch. So sehen das auch die internationalen Reporter.

Die Eintracht-Profis Kevin Trapp (li.) und Sebastian Rode applaudieren artig bei der Siegerehrung im Supercup für Real Madrid.

© AFP/OLGA MALTSEVA

Die Eintracht-Profis Kevin Trapp (li.) und Sebastian Rode applaudieren artig bei der Siegerehrung im Supercup für Real Madrid.

Von Jürgen Kemmner

Nur kühne Optimisten hatten Eintracht Frankfurt die Fortsetzung des Fußball-Wunders auf europäischer Ebene zugetraut. Nach dem Gewinn der Europa League gegen die Glasgow Rangers im Elfmeterschießen im Mai war trotz eines beherzten Auftritts gegen Champions-League-Sieger Real Madrid beim 0:2 nicht zu holen. Karim Benzema stellte auf 2:0 (65.) und zog damit in der ewigen Torjägerliste bei Real Madrid mit Vereinslegende Raul gleich (jeweils 321 Tore), zuvor brachte David Alaba die Königlichen in Front (37.). Die internationalen Pressestimmen.

Deutschland

Die „Bild“ trauert mit allen Eintracht-Fans: „Frankfurts bitterer Supercup-Abend gegen Real. 85 Tage nach dem Triumph in der Europa League geht der Uefa-Supercup gegen Real Madrid in Helsinki mit 0:2 verloren. Nach der 1:6-Klatsche zum Liga-Auftakt gegen Bayern sorgt ausgerechnet der Ex-Münchner David Alaba (30) für den Eintracht-K.-o.!“

Der „Kicker“ erkennt die Überlegenheit der Königlichen an: „Am Ende war Real Madrid für Eintracht Frankfurt im Supercup eine Nummer zu groß. Die SGE legte zwar einen leidenschaftlichen Auftritt in Helsinki hin, musste aber nach rund einer halben Stunde die Klasse der Königlichen anerkennen.“

Dagegen ist „n.tv“ der Meinung, dass das Spiel für die Eintracht ein Test für die Champions League war: „Der Champions-League-Sieger ist zu stark für Eintracht Frankfurt. Gegen Real Madrid bemüht sich der Europa-League-Champion, unterliegt im Supercup aber verdient. Um in der europäischen Königsklasse zu bestehen, muss der Bundesligist die richtigen Schlüsse aus diesem Abend ziehen.“

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ sieht die Frankfurter als verdiente Verlierer im Aufwärtstrend: „Der Champions-League-Sieger ist zu stark für den Gewinner der Europa League: Real Madrid holt in Helsinki den Supercup. Die Eintracht zeigt sich nach dem Debakel gegen den FC Bayern aber verbessert.“

„Sport 1“ sieht die Grenzen der Eintracht: „Eintracht Frankfurt unterliegt Real Madrid im Europäischen Supercup. Dem Team von Oliver Glasner werden die Grenzen aufgezeigt.“

Und auch der „Spiegel“ erkennt die Überlegenheit der Madrilenen an: „Abgezockt, cool, dominant: Champions-League-Sieger Real Madrid zeigte beim 2:0 im Supercup gegen Eintracht Frankfurt seine Klasse. Der Europa-League-Gewinner spielte anfangs stark mit, war am Ende aber chancenlos.“

„Eurosport“ lobt die Eintracht-Fans, die offenbar alles gegeben haben: „Die erneute Sensation auf europäischer Bühne blieb in Helsinki aus. Trotz frenetischer Unterstützung des eigenen Anhangs, musste sich Eintracht Frankfurt im Duell mit Champions-League-Sieger Real Madrid um den Supercup 0:2 geschlagen geben.“

Spanien

Bei „El Pais“ addieren sie für die Statistiker: „Real, von Courtois bis Vinicius, setzt sich fest und nüchtern gegen die Eintracht durch und gewinnt den fünften europäischen Supercup, den 98. offiziellen Titel.“

Und „El Mundo“ tröstet die Frankfurter damit, dass sie nicht die ersten sind, die gegen Real verloren haben: „Real Madrid lebt eine himmlische Routine, gegen die kein Rivale Abhilfe findet. Der amtierende Meister der Champions League setzte seinen Weg in Helsinki mit seinem fünften europäischen Supercup gegen eine Eintracht (2:0) fort, die ähnliche Qualen erlebte wie andere Opfer.“

Und für „Marca“ war der Sieg im Grunde nur recht und billig: „Real Madrid ist immer noch der König von Europa. In Autoritätsausübung holte er den Superpokal, der als selbstverständlich galt, aber auf dem Platz gewonnen werden musste.“

England

„The Sun“ schüttet Lob über Real-Stürmer Karim Benzema aus: „Benzema übertrifft Raul in der Torschützenliste und besiegelt den Supercup-Sieg für Madrid.“

Und auch für „The Independent“ ist der Franzose eine Erwähnung wert: „Real Madrid gewinnt den Supercup - Benzema wird zweitbester Torschütze der Geschichte.“

Dabei bleibt „The Guardian“ nüchtern und zählt die Torschützen auf: „Alaba und Benzema besiegeln Supercup-Erfolg von Real.“

Italien

Die „Gazzetta dello Sport“ erwähnt selbstverständlich Landsmann Carlo Ancelotti, den Coach der Königlichen : „Der Supercup gehört Real: Ancelotti feiert mit Alaba und Benzema.“

Und auch „Tuttosport“ widmet sich dem Real-Trainer: „Eintracht stürzt ohne Kostic: Supercup geht an Real Madrid. Ancelotti überholt Guardiola.“

Dass es auch ohne geht, beweist „Corriere dello Sport“: „Benzema überholt Raul, Eintracht K.o. - Real gewinnt den Supercup.“

Frankreich

Die „L’Equipe“ stellt das Licht des französischen Landsmannes gut sichtbar auf: „Die guten Gewohnheiten - Benzema zweitbester Torschütze von Real hinter Ronaldo.“

Österreich

Und dass die Österreicher in der „Krone“ ihren Torschützen loben, ist auch erwartbar: „Alaba-Tor bei Supercup-Sieg von abgezocktem Real“

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Erstellt:
11. August 2022, 09:12 Uhr

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