Sabine Lisicki in Bad Homburg

Lauf der Ex-Wimbledon-Finalistin endet im Viertelfinale

In Bad Homburg feiert Sabine Lisicki ein furioses Comeback. Im Viertelfinale endet indes der Lauf der 32-Jährigen.

Sabine Lisicki musste sich im Viertelfinale geschlagen geben.

© dpa/Joaquim Ferreira

Sabine Lisicki musste sich im Viertelfinale geschlagen geben.

Von red/sid

Ein letzter Gruß ins Publikum, dann verschwand Sabine Lisicki enttäuscht in den Katakomben - und zunächst wieder aus den Augen der Öffentlichkeit. In Bad Homburg war die frühere Wimbledonfinalistin auf die Tennisbühne der WTA-Tour zurückgekehrt - für drei Matches, in denen sie ihr großes Potenzial aufblitzen ließ. Erst im Viertelfinale am Donnerstag ereilte sie das Aus. Das jedoch tat weh.

Beim 3:6, 6:7 (7:9) gegen die Französin Caroline Garcia vergab Lisicki Chance um Chance, auch die auf ein mögliches Retro-Halbfinale gegen Angelique Kerber. Sie nutzte keinen ihrer zwölf Breakbälle und auch keinen der beiden Satzbälle im Tiebreak des zweiten Durchgangs. Das typische Lisicki-Lächeln, das die Fans im Kurpark tagelang gesehen hatten, wich einer versteinerten Miene.

Mit etwas Abstand dürfte jedoch der Stolz zurückkehren. Bei ihren Siegen gegen Tamara Korpatsch (Hamburg) und Greet Minnen (Belgien), aber auch bei der Niederlage gegen die frühere Top-10-Spielerin Garcia bewies Lisicki (32), dass sie nach jahrelanger Leidenszeit auf dem Weg zurück ist.

Größte Erfolge in Wimbledon

Schlag für Schlag, Spiel für Spiel fühle es sich nun „immer mehr an wie die alte Sabine. Und das ist ein schönes Gefühl nach den sehr, sehr harten letzten Jahren“, hatte Lisicki am Mittwoch gesagt. „Die alte Sabine“ - das bedeutet Risiko und ein Gespür für Rasen. Neun Asse und acht Doppelfehler servierte sie gegen Garcia, schlug insgesamt 50 Winner bei 40 leichten Fehlern.

Gegen Lisicki, sagte Garcia nach dem Matchball, müsse man immer auf der Hut sein. „Es kann jederzeit ein Ass oder ein Gewinnschlag kommen. Das ist sehr stressig“, befand die Siegerin. Dabei sei es aber „großartig“, Lisicki wieder auf der Tour zu sehen: „Sie ist immer gefährlich, vor allem auf Rasen.“

Dort hatte die Berlinerin ihre größten Erfolge gefeiert, stand 2013 im Finale von Wimbledon. In diesem Jahr wird sie im All England Club fehlen, nach ihren langen Pausen wegen Pfeifferschem Drüsenfieber und einem Totalschaden im Knie muss sich Lisicki erst wieder mühsam in die Weltspitze zurückkämpfen. In Bad Homburg hat sie einen Anfang gemacht. Durch das Viertelfinale klettert sie um 300 Plätze in der Weltrangliste - ziemlich genau auf Platz 500.

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Erstellt:
23. Juni 2022, 15:32 Uhr

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