Die Formel 1 in Australien

Max Verstappen, der Pannenkönig

Wie schon in Bahrain bleibt der Niederländer wegen eines Defekts an seinem Red-Bull-Auto punktlos und muss Charles Leclerc dabei zusehen, wie er sich in der Gesamtwertung langsam auf und davon macht. Der Ferrari-Pilot gewinnt sein zweites Saisonrennen und ist bester Dinge.

Max Verstappen schaut dabei zu, wie sein brennender Rennwagen gelöscht wird.

Max Verstappen schaut dabei zu, wie sein brennender Rennwagen gelöscht wird.

Von Dominik Ignée

Drei Saisonrennen, zwei Siege – der Ferrari-Pilot Charles Leclerc befand nach dem Großen Preis von Australien ganz im Glück. „Was für ein Auto! Das war der erste Sieg, bei dem wir den Abstand kontrollieren konnten“, jubelte der Monegasse, wobei er zu seinem Rivalen Max Verstappen im Red Bull ab Runde 38 von 58 Umläufen gar keine Abstandskontrolle mehr beachten musste.

Wie schon beim Auftaktrennen in Bahrain flog der Niederländer auf Position zwei liegend raus. Drei Rennen sind absolviert – und schon zweimal schlug bei den Blauen die Defekthexe zu. Verstappen ist keiner, der seinen Unmut verbirgt. „Zwei Ausfälle bis hierhin ist natürlich unglaublich. Wir haben wieder viele Punkte verloren. Es ist wieder ein schlechter Sonntag“, sagte der amtierende Formel-1-Weltmeister und wirkte nach dem erneuten Desaster angefressen: „Wenn du um die Weltmeisterschaft kämpfen willst, dann kannst du nicht jetzt schon zwei Ausfälle haben.“

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Charles Leclerc – die Rückkehr des Popstars

Die Saison ist jung, und verloren noch gar nichts. Doch was war passiert? Bei Verstappens Rennwagen war Benzin ausgetreten, keine Tröpfchen, sondern große Mengen. „Das müssen wir finden“, forderte der Red-Bull-Berater Helmut Marko hektisch, mit dem Defekt in Bahrain habe die neuerliche Panne aber nichts zu tun gehabt. Damals blieb Verstappen wegen Problemen mit der Kraftstoffzufuhr punktlos. Diesmal muss irgendwo eine Leitung gebrochen sein, vielleicht war aber auch der Tank kaputt, das werden sie jetzt herausfinden müssen. Per Funk teilten die Red-Bull-Strategen in Melbourne ihrem Piloten mit, das Auto möglichst in der Nähe eines Feuerlöschers abzustellen. Und tatsächlich brannte das Auto.

Das dicke Problem

Das Rennen zuvor in Saudi-Arabien konnte Verstappen noch eindrucksvoll gewinnen, doch die zwei Pleiten führen dazu, dass er in der Gesamtwertung nur Sechster ist mit 46 Punkten Rückstand auf den WM-Leader Leclerc. Das Getränkedosen-Team hat offensichtlich ein dickes Zuverlässigkeitsproblem. „Das macht uns kräftige Kopfschmerzen“, sagte Marko. Zu den Schwierigkeiten mit der Benzinversorgung des Motors gesellen sich noch andere Nachteile, die es schleunigst zu beheben gilt, sonst rast Leclerc in seinem wiedererstarkten Ferrari auf und davon. Marko spricht da von einem Gewichtsproblem, der Red Bull ist deutlich schwerer als der Rennwagen aus Maranello, und er geht mit den Reifen gar nicht gut um. Verstappen hatte gegenüber Leclerc keine Chance, besonders schlecht war es auf den Mediums. „ Die harten Reifen waren etwas besser, aber auch da hatte ich keine Chance. Das hat auch nichts mit der Down-Force zu tun, wir müssen schauen, was wir vielleicht am Auto falsch machen“, analysierte Verstappen nach der Pleite.

Ärmel hochkrempeln

Nun müssen sie die Ärmel hochkrempeln bei Red Bull. Etwas Hoffnung bereitet der Umstand, dass es ein neues Update geben soll. Wenn das gut funktioniert und das Gewicht des Autos verringert werden sollte, wähnt man sich im Hinblick auf die Leistung wieder in der Nähe von Ferrari. Doch zuallererst muss das Problem mit der Zuverlässigkeit gelöst werden. „Uns hilft keine Geschwindigkeit, wenn wir nicht ins Ziel kommen“, sagte Helmut Marko, der weiß: „Vor uns liegen schwere Zeiten.“

Probleme hatten aber andere auch, Red Bull befindet sich da in bester Gesellschaft. Sebastian Vettel kam nach seiner Corona-Zwangspause im Aston Martin nicht ins Ziel. Nach einem selbst verschuldeten Unfall war für ihn in Melbourne schon vor Halbzeit Schluss, als Vorsichtsmaßnahme wurde er im Hospital durchgecheckt. „Es ist alles in Ordnung“, sagte Vettel nach der Rückkehr ins Fahrerlager. Und Mick Schumacher scheiterte im Haas erneut bei dem Versuch, erstmals Punkte zu holen – Platz 13.

Der neue Frontmann

Der Konstrukteurs-Weltmeister der vergangenen Jahre ist zwar nicht in der Lage, so zu dominieren wie in den Jahren zuvor, doch mit den Plätzen drei für George Russell und vier für Lewis Hamilton gelang Mercedes mehr als erwartet. Beide stehen in der Gesamtwertung vor Verstappen – aber hinter Leclerc, dem neuen Frontmann der Formel 1.

Der RB18 von RedBull im Vorsaison-Test.

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Weltmeister Max Verstappen geht dieses Jahr mit der Fahrernummer 1 an den Start.

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Sergio Perez ist der zweite Fahrer bei Red Bull.

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Der Silberpfeil von Mercedes – dieses Jahr auch wieder wirklich silber.

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Lewis Hamilton sieht sich und sein Team noch nicht in der Lage, Siege einzufahren.

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George Russell ist der neue Teamkollege vom siebenmaligen Weltmeister.

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In Expertenkreisen steht der Ferrari dieses Jahr hoch im Kurs.

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Der Monegasse Charles Leclerc geht in seine dritte Saison als Ferrari-Pilot.

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Carlos Sainz, zuvor unter anderem Fahrer bei McLaren, möchte es seinem Teamkollegen schwer machen.

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McLaren verpasste letzte Saison den dritten Platz in der Konstrukteurs-WM.

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Lando Norris ist gerade einmal 22 Jahre alt. Der Brite gilt als großes Talent.

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Der erfahrene Daniel Ricciardo (zuvor RedBull und Renault) fährt seine zweite Saison für McLaren.

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In den sozialen Netzwerken wurde der neue Aston Martin immer wieder als eines der schönsten Autos erwähnt.

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Sebastian Vettel ist viermaliger Weltmeister und möchte mit Aston Martin wieder zu seiner alten Form zurückfinden.

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Lance Stroll, Sohn vom Eigentümer des Aston Martin-Rennstalls Lawrence Stroll, ist zweiter Fahrer hinter Vettel.

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In einem leuchtenden Pink erscheint der neue Alpine.

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Der erfahrene Fernando Alonso geht für Alpine an den Start.

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Der Franzose Esteban Ocon fährt seit 2016 in der Formel 1.

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Alpha Tauri ist das Zweitteam von RedBull und ist vor allem dafür bekannt, junge Fahrer zu fördern.

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Pierre Gasly wird immer wieder als möglicher RedBull-Fahrer gehandelt. Seine guten Leistungen in der letzten Saison befeuerten die Gerüchte.

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Der Japaner Yuki Tsunoda ist sein Teamkollege.

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Alfa Romeo belegte vergangene Saison den vorletzten Platz in der Konstrukteurswertung.

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Mit Valtteri Bottas ist den Italienern ein echter Coup gelungen. Der langjährige Teamkollege von Lewis Hamilton bringt viel Erfahrung in den Rennstall.

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Der Rookie Guanyu Zhou aus China fährt ebenfalls für Alfa Romeo.

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Das Team Haas sorgte für die meisten Schlagzeilen in der Vorsaison. Aufgrund der Sanktionen gegen den russischen Oligarchen und Großsponsoren des Teams Dmitri Mazepin fällt der Hauptsponsor „Ural Kali“ weg.

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Kevin Magnussen ersetzt Nikita Mazepin, welcher aufgrund der Sanktionen gegen seinen Vater ebenso das Team verlassen musste.

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Mick Schumacher, Sohn von Formel 1-Legende Michael Schumacher, ist die große Hoffnung des deutschen Rennsports und geht in seine zweite Saison für Haas.

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Williams landete vergangene Saison auf dem drittletzten Platz.

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Alexander Albon (zuvor RedBull), versucht dieses Jahr Punkte für den traditionsreichen Rennstall  zu holen.

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Sein Teamkollege ist Nicholas Latifi.

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Erstellt:
10. April 2022, 16:08 Uhr

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