EM 2024

Neuer Trend bei der Europameisterschaft: Eigentore

Bereits fünf Eigentore gab es in den ersten 18 Spielen der diesjährigen Europameisterschaft in Deutschland. Der Trend hat mit einer Spieltaktik zu tun, die derzeit beliebt ist.

Ein Beispiel eines Eigentors: Antonio Rüdiger lenkt einen Freistoß der Schotten mit der Stirn versehentlich ins eigene Netz.

© dpa/Tom Weller

Ein Beispiel eines Eigentors: Antonio Rüdiger lenkt einen Freistoß der Schotten mit der Stirn versehentlich ins eigene Netz.

Von red/SID

Wenn es einen Trend gibt bei dieser EM, dann diesen: Weil in der vollbesetzten „Box“, auch Strafraum genannt, kaum noch ein Durchkommen ist, haben sich Weitschüsse als probates Mittel erwiesen. In den ersten 18 Spielen wurden nach der offiziellen Statistik der UEFA 14 von 47 Treffern aus der Distanz erzielt. 

Auffällig ist aber auch: Die volle „Box-Besetzung“ führt nicht zuletzt bei scharfen Hereingaben zu offensichtlich unkontrollierbaren Situationen - die dann in Eigentoren resultieren. In spielentscheidenden noch dazu. 

Immerhin fünf Eigentore fielen laut UEFA in den ersten 18 Spielen. Das sind bereits zwei mehr, als bei der gesamten EM-Endrunde 2016. Bei der vergangenen EURO trafen elf Spieler ins eigene Tor, ein Rekord, der bei anhaltendem Trend fallen dürfte. - Die bisherigen Eigentore in der Übersicht:  

Antonio Rüdiger (Deutschland)

Spiel: Deutschland - Schottland 5:1 (3:0)

Situation: Ein Freistoß der Schotten wird von Niclas Füllkrug verlängert und geht an Ilkay Gündogan und Jonathan Tah vorbei in den rechten Teil des Strafraums, wo Scott McKenna Rüdiger anköpft. Rüdiger will den Kopf noch drehen, lenkt den Ball mit der Stirn aber ins eigene Tor. Es ist der Treffer zum 4:1 (87.) - und somit nur ein Ärgernis.

Maximilian Wöber (Österreich)

Spiel: Österreich - Frankreich 0:1 (0:1)

Situation: Kylian Mbappe hebt nach einem gefälligen Übersteiger und kurzen Antritt den Ball von der Grundlinie in die Mitte des Strafraums. Der irritiert wirkende Wöber hält den Kopf hin und lenkt den Ball ins eigene Tor (38.). Es ist die am Ende spielentscheidende Szene.

Robin Hranac (Tschechien)

Spiel: Portugal - Tschechien 2:1 (0:0)

Situation: Tschechien führt 1:0, als ein Flanke von rechts in den Strafraum fliegt. Nuno Mendes steigt zum Kopfball hoch, Torhüter Jindrich Stanek wehrt den Ball auf das linke linke Schienbein von Hranac ab, von dort fliegt er ins Tor. Nach dem Ausgleich (69.) kippt das Spiel noch vollends - durch Conceicao (90.+2).

Klaus Gjasula (Albanien)

Spiel: Kroatien - Albanien 2:2 (0:1)

Situation: Zwei Minuten nach dem Ausgleich der Kroaten durch Andrej Kramaric (74.): Einen Schuss von Luka Sucic blockt Albaniens Berat Djimsiti genau in den Lauf des zurückeilenden Gjasula ab - der Ball fliegt ins Tor (76.). Immerhin: Gjasula trifft auch noch ins kroatische Tor - gerade noch rechtzeitig (90.+5).

Riccardo Calafiori (Italien)

Spiel: Spanien - Italien 1:0 (0:0)

Situation: In der 55. Minute flankt Nico Williams von links halbhoch in den italienischen Strafraum. Torwart Gianluigi Donnarumma lenkt den von Alvaro Morata leicht verlängerten Ball in Richtung Calafiori ab - der bekommt sein linkes Knie nicht mehr weg: Eigentor. Es bleibt der einzige Treffer, trotz großer spnischer Überlegenheit.

Und dann noch:

Im Spiel zwischen Schottland und der Schweiz (1:1) lenkt Fabian Schär einen Schuss von Scott McTominay ins eigene Tor ab (13.). Die UEFA schreibt den Treffer in der zweiten Halbzeit nachträglich McTominay zu.

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Erstellt:
21. Juni 2024, 13:10 Uhr

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