Allianz MTV Stuttgart

Noch mehr Wucht für den Angriff des Meisters

Der Kader von Allianz MTV Stuttgart für die neue Saison ist so gut wie komplett. Die Topscorerin der vergangenen Hauptrunde soll den Meister noch gefährlicher machen.

Laura Künzler soll das Angriffsspiel von Allianz MTV Stuttgart beleben.

© Imago/Eibner-Pressefoto

Laura Künzler soll das Angriffsspiel von Allianz MTV Stuttgart beleben.

Von Dirk Preiss

Eine Mannschaft, die sowohl den Pokal als auch die Meisterschaft gewonnen hat, noch einmal zu verstärken ist kein leichtes Unterfangen. Und ob Allianz MTV Stuttgart das im Anschluss an den Double-Coup gelungen ist, wird erst die nächste Saison zeigen. Tore Aleksandersen aber ist bereits jetzt schon richtig zufrieden. „Wir haben“, sagt der Stuttgarter Erfolgstrainer, „wirklich gute Transfers gemacht.“

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Das liegt aus seiner Sicht an Zuspielerin Britt Bongaerts, einen „Riesentransfer-Coup“ nennt er deren Verpflichtung. Das liegt an Marie Schölzel und Barbara Wezorke, die mit Eline Timmerman künftig den Mittelblock stellen. Das liegt an Alexis Hart, die als Entlastung für Krystal Rivers als Diagonalangreiferin kommt. Und an Michelle Petter, die Libera Roosa Koskelo ergänzt. Vor allem liegt das aber an Laura Künzler.

„Sie ist eine herausragende Spielerin“, schwärmt Aleksandersen, „das ist eine unglaublich starke Verpflichtung, die uns einen Riesenschritt voranbringt.“ Die Nationalspielerin der Schweiz kommt vom VC Wiesbaden zu Allianz MTV Stuttgart und erhält einen Einjahresvertrag.

Erfahrung in der Liga und im Ausland

Die Begeisterung des Trainers lässt sich auch mit Zahlen belegen. Die 1,88 Meter große Außenangreiferin war in der vergangenen Saison die Topscorerin der Bundesliga-Hauptrunde. Sowohl in Wiesbaden als auch im Schweizer Nationalteam ist sie zudem Kapitänin. Und Benedikt Frank, dem Trainer des VC Wiesbaden, war schnell klar, dass seine Topspielerin eine neue Herausforderung suchen würde: „Sie ist persönlich, aber auch sportlich gereift. Es war klar, dass sie sich für einen Club mit mehr Möglichkeiten und spielerischer Breite empfiehlt.“

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Bereits im Alter von 17 Jahren hat die heute 25-Jährige ihr Debüt in der ersten Schweizer Liga gegeben, wurde in der Schweiz auch Pokalsiegerin. Von 2017 bis 2019 lernte sie dann bei den Roten Raben Vilsbiburg die deutsche Bundesliga kennen. Nach zwei Jahren in Frankreich wechselte sie im Sommer 2021 nach Wiesbaden. Wie die Stuttgarterinnen Roosa Koskelo, Ilka van de Vyver und Simone Lee schaffte sie es in das „Goldteam“ der Bundesliga. Nun will sie mit Allianz MTV Stuttgart um Titel spielen. Und ihr künftiger Trainer sieht sein Team dafür ziemlich gut gerüstet.

Über Ziele wird noch nicht geredet

Zwar will Tore Aleksandersen zum jetzigen Zeitpunkt „nicht über Ziele reden, sondern über Entwicklung“. Der Norweger sagt aber auch: „Wenn es uns gelingt, dass wir die Spielerinnen auf ihr höchstes Niveau bringen und wir als Mannschaft agieren, dann haben wir ein sehr gutes Team.“ Und man könne „schauen, ob es für einen oder zwei Titel reicht“. Mitte August beginnt die Saisonvorbereitung, der Coach lobt Sportdirektorin Kim Renkema („Sie hat einen super Job gemacht“) und ist sicher: „Im Trainingsalltag werden wir noch stärker sein.“ Zumal die meisten Spielerinnen von Beginn an in Stuttgart sein werden.

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Der MTV-Kader ist nun so gut wie komplett, ein Talent für den Außenangriff wird wohl noch kommen. Doch gerade auf dieser Position sieht Aleksandersen seine Mannschaft noch besser aufgestellt als in der vergangenen Saison. Simone Lee und Maria Segura Palleres bleiben, dazu kommt Laura Künzler, über die der Trainer auch sagt: „Sie hat die gleiche Power wie Simone Lee.“ Und die wurde jüngst von Experten, Trainern und Kapitäninnen zur wertvollsten Spielerin der vergangenen Bundesliga-Saison gewählt. Die US-Amerikanerin war zudem beste Angreiferin der gesamten Saison inklusive der Play-offs. Top waren auch Maria Segura Palleres und Roosa Koskelo in den Rankings Aufschlag und Abwehr.

Ob die Allianz-Frauen auch in der kommenden Saison derart abräumen? Zumindest die personellen Voraussetzungen dafür scheinen geschaffen.

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Erstellt:
30. Mai 2022, 06:12 Uhr

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