Weissenhof-Turnier

Rassismus hat im Tennis nichts verloren

Die verbalen Attacken des Publikums, die der Tennisprofi Nick Kyrgios auf dem Weissenhof zu hören bekam, sind absolut inakzeptabel.

Nick Kyrgios beschwert sich über das Stuttgarter Publikum.

© Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Nick Kyrgios beschwert sich über das Stuttgarter Publikum.

Von Dominik Ignée

Der Formel-1-Pilot Lewis Hamilton hat sich schon über rassistische Übergriffe beschwert, oft schon wurden Fußballer zur Zielscheibe inakzeptabler Beschimpfungen, und auch der Tennisspieler Nick Kyrgios erlebte schon unschöne Attacken gegen seine Person – wie jetzt auch beim Weissenhof-Turnier in Stuttgart. Auch der Sport ist nicht frei von unterschwelligem oder offen ausgelebtem Rassismus, doch dabei sollte er vor allem eines sein: eine Insel des freundlichen Miteinanders – völkerverbindend und vorbildlich. Aber das ist er nicht.

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Die rassistischen Anfeindungen aus dem Stuttgarter Tennispublikum, über die sich der Australier Nick Kyrgios zurecht im Internet beschwert, sind ein weiterer herber Rückschlag auf dem Weg zu mehr Akzeptanz unter den Menschen. Der extrovertierte Spieler Kyrgios mag polarisieren, weil er seine Emotionen nicht immer im Griff hat. Das aber rechtfertigt zu keinem Zeitpunkt rassistische Beschimpfungen, die der Tennisspieler im Halbfinale gegen seine Person wahrgenommen hat. Rassismus hat im Sport nichts, aber auch gar nichts verloren – genau so wenig wie in allen anderen Teilen der Gesellschaft. Ein hoffentlich nur ganz kleiner Teil des Stuttgarter Publikums auf dem Weissenhof hat dem Turnier, aber vor allem dem Tennisspieler Nick Kyrgios, einen großen Schaden zugefügt.

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Erstellt:
12. Juni 2022, 13:48 Uhr
Aktualisiert:
12. Juni 2022, 14:05 Uhr

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