Neuer Quarterback von Stuttgart Surge

So will Dante Vandeven die Krise beenden

Der bislang letzte Sieg von Stuttgart Surge in der European League of Football liegt fast ein Jahr zurück – nun soll mit dem neu verpflichteten Quarterback Dante Vandeven der Turnaround gelingen.

Dante Vandeven in Aktion als College-Spieler: Der 25-Jährige soll als Quarterback Stuttgart Surge in die Erfolgsspur führen.

© imago/ZUMA Wire

Dante Vandeven in Aktion als College-Spieler: Der 25-Jährige soll als Quarterback Stuttgart Surge in die Erfolgsspur führen.

Von Jürgen Kemmner

Stuttgart Surge aus der European League of Football (ELF) hat auf die sportliche Krise mit vier Niederlagen in Folge reagiert und für den verletzten und nicht überzeugenden Quarterback Randy Schroeder am Mittwoch einen Nachfolger verpflichtet. Dante Vandeven wird beim Spiel bei den Leipzig Kings an diesem Sonntag sein Surge-Debüt geben. Der 25-Jährige stammt aus den USA, hat zuletzt in Großbritannien gespielt und war schon einmal für ein paar Monate in Deutschland.

Guten Tag, Mister Vandeven, Ihre Verpflichtung ging schnell über die Bühne.

In der Tat, das war eine schnelle und saubere Sache mit einem professionellen Club, wie ich ihn selten zuvor in meiner Karriere erlebt habe. Ich freue mich, aber ganz ehrlich: Vor zwei Wochen hätte ich noch nicht geglaubt, dass ich heute in Stuttgart sitze und ein Wasser mit Kohlensäure trinke, von dem ich nicht einmal den Namen kenne. Nun bin ich gut angekommen, jetzt wird es ernst.

Wann hat Stuttgart Surge Sie kontaktiert?

Das war am vergangenen Sonntagabend. Martin (Hanselmann, Surge-Headcoach, d. Red.) hat mich angerufen und mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, nach Stuttgart zu kommen und der Mannschaft zu helfen – und diese Gelegenheit habe ich ergriffen.

Obwohl Sie wussten, dass das Team in einer Krise steckt und noch ohne Sieg in dieser Saison ist?

Das hat mich überhaupt nicht verunsichert, das war ja der Grund, warum ich überhaupt angesprochen worden bin. Ich spiele seit über zehn Jahren Football, ich kenne solche Situationen, in denen wenig läuft. Das ist stets ein langer Prozess, eine Mannschaft wieder zurück zum Erfolg zu führen. Ich bin noch recht jung und athletisch – ich traue mir das durchaus zu.

Was erwarten Sie von Ihrem neuen Job?

Nun, zunächst einmal hochklassige Spiele, denn die ELF ist eine Liga, die in ganz Europa beobachtet wird und einen exzellenten Ruf genießt. Das wird ganz anders sein als in der Liga in Großbritannien, wo ich bislang gespielt habe, hier wird das Niveau höher sein, besonders für mich als Quarterback. Es ist ein großer Schritt in meiner Laufbahn, ein vorläufiger Höhepunkt, denn ich habe in dieser Sportart schon viel erlebt.

Wie lange wird es brauchen, bis Sie vollständig integriert sind?

Man kann keine Frist nennen, es muss so schnell wie möglich gehen. Ich habe zunächst die Teamkollegen kennengelernt, vor allem die Receiver, und auch sämtliche Trainer und Angestellte des Clubs. Aber es ist natürlich eine komplexe Aufgabe, die sich mir stellt, und es wird kaum von heute auf morgen passieren.

Waren Sie zuvor schon mal in Deutschland?

Ja, aber daran kann ich mich nur schemenhaft erinnern. Ich war neun oder zehn Jahre alt und mein Vater hatte beruflich für neun Monate in Bonn und Köln zu tun. Ich weiß nicht mehr allzu viel davon, aber vielleicht bekomme ich in nächster Zeit das ein oder andere Déjà-vu.

Ein Bier bestellen können Sie aber bestimmt auf Deutsch, oder?

(Lacht.) Ja, ein Bier bitte (auf Deutsch). Aber darauf wird es in nächster Zeit nicht ankommen. Ich werde sicher auch ein Bier trinken, zunächst gilt meine volle Aufmerksamkeit meiner Aufgabe bei Stuttgart Surge. Wir können gerne am Ende der Saison darauf zurückkommen.

Nach einem Sieg in Leipzig könnte es früher passieren …

Wir sind voll konzentriert auf dieses Spiel und wir hoffen, dass wir einen Sieg mit nach Stuttgart bringen. Das wäre ein echt hervorragender Einstand für mich.

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Erstellt:
1. Juli 2022, 11:56 Uhr
Aktualisiert:
1. Juli 2022, 13:39 Uhr

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