Im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt

Stuttgarter Kickers verpassen Sensation

Große Fan-Party auf der Waldau – trotz Niederlage. Europa-League-Sieger Frankfurt schmeißt die Stuttgarter Kickers aus dem DFB-Pokal. Die Anhänger der Blauen feiern dennoch einen denkwürdigen Fußball-Abend.

Die Stuttgarter Kickers verlieren ihr DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt.

© Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Stuttgarter Kickers verlieren ihr DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt.

Von jo/dpa

Der Pokal-Traum der Blauen ist geplatzt: Die Stuttgarter Kickers haben ihr Spiel im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt verloren. Der Oberligist muss sich am Dienstagabend im ausverkauften Gazi-Stadion auf der Waldau in Degerloch mit 2:0 (2:0) gegen den Bundesligisten geschlagen geben.

Die Tore für den amtierenden Europa-League-Sieger erzielten vor 10 000 Fans Kolo Muani (11.) und Hrvoje Smolčić (18.). Die Blauen kamen zwar durchaus zu Chancen, ein Treffer gelang den Stuttgartern aber nicht. Der Bundesligist war am Ende eine Nummer zu groß, der Pokalfinalist von 1987 scheidet in der zweiten Runde aus dem Wettbewerb. Das Gäste-Team von Trainer Oliver Glasner wahrte seine Chancen auf den sechsten Pokal-Triumph der Vereinsgeschichte.

Kickers-Fans zeigen imposante Choreo

Der guten Stimmung auf der Waldau tat das aber keinen Abbruch. Die Kickers-Fans zeigten vor dem Anpfiff des Pokalspiels eine imposante Choreo. Die Anhänger erinnerten an frühere Pokalerfolge. Zu sehen waren unter anderem Robin Dutt, Tomislav Maric und der aktuelle Coach Mustafa Ünal.

Die Kickers und die 10 000 Zuschauer im erstmals seit 16 Jahren ausverkauften Gazistadion auf der Waldau durften nur zehn Minuten auf die Sensation hoffen, als erster Fünfligist in der langen Pokal-Geschichte ins Achtelfinale einzuziehen. Torjäger Randal Kolo Muani (11. Minute) brachte den Favoriten mit einem gefühlvollen Heber in Führung, Abwehrspieler Hrvoje Smolcic (17.) legte nach. Außerdem traf Rafael Santos Borré den Pfosten (25.). Der Anpfiff zur zweiten Halbzeit verzögerte sich um ein paar Minuten, weil aus beiden Fanblöcken Pyrotechnik gezündet wurde.

Frankfurt spielt seine Klasse aus

„Wir haben aus Spaß gesagt, als das Los draußen war, dass wir jetzt Europapokal-Sieger-Besieger werden können“, verriet der Stuttgarter Nico Blank vor dem Anpfiff bei Sky. Doch genau diese Blamage wollte Eintracht-Coach Glasner mit aller Macht verhindern: „Wir müssen von der ersten Sekunde an zeigen, dass wir der Bundesligist sind und im Pokal überwintern wollen.“

Es dauerte aber etwa zehn Minuten, ehe sich Frankfurt an die Umstände und den holprigen Rasen gewöhnt hatte - und mit der ersten Chance gleich in Führung ging: Nach einem feinen Doppelpass mit Borré hob Kolo Muani den Ball gefühlvoll über Kickers-Torwart Ramon Castellucci ins Tor. Borré war einer von drei Neuen in der Startelf - genau wie Smolcic, der unter anderem mit dem Kopfballtor zum 2:0 seinen Einsatz rechtfertigte.

Die Blauen verpassen die Sensation

Nach der 2:0-Führung spielten die Frankfurter ihre Klasse und Erfahrung aus, ohne dabei wirklich ans Limit gehen zu müssen. Die Stuttgarter, die in der Auftaktrunde immerhin den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth mit 2:0 aus dem Wettbewerb geschossen hatten, schalteten nach dem Seitenwechsel einen Gang höher - doch große Chancen zum Anschlusstor gab es nicht. Die mehr als 600 000 Euro für den Zweitrunden-Einzug dürften dem verschuldeten Traditionsverein aber ein wenig über das Aus hinwegtrösten.

Einen verhältnismäßig ruhigen Abend erlebte Kevin Trapp. Der Nationalspieler war direkt von der Verleihung des Ballon d’Or in Paris, wo er einer von zehn nominierten Torhütern für die Jaschin-Trophäe gewesen war, nach Stuttgart gereist.

Kickers-Trainer Mustafa Ünal war vor dem Spiel ein gefragter Interviewpartner.

© Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Kickers-Trainer Mustafa Ünal war vor dem Spiel ein gefragter Interviewpartner.

Die Kickers-Fans zeigten eine beeindruckende Choreo.

© Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Kickers-Fans zeigten eine beeindruckende Choreo.

Die Kulisse unterm Fernsehturm stimmte.

© dpa/Tom Weller

Die Kulisse unterm Fernsehturm stimmte.

Nach gutem Beginn wurden die Blauen in der 11. Minute kalt erwischt. Randal Kolo Muani traf zum 0:1.

© Pressefoto Baumann/Volker Müller

Nach gutem Beginn wurden die Blauen in der 11. Minute kalt erwischt. Randal Kolo Muani traf zum 0:1.

In der 17. Minute folgte das 0:2 durch Hrvoje Smolcic nach einer Ecke.

© Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

In der 17. Minute folgte das 0:2 durch Hrvoje Smolcic nach einer Ecke.

Die Blauen wirkten nervös, blieben aber dennoch mutig.

© Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Blauen wirkten nervös, blieben aber dennoch mutig.

Rafael Borré lief in der 25. Minute nach einem Patzer von Niklas Kolbe alleine auf Ramon Castellucci, traf aber nur den Pfosten.

© IMAGO/HMB-Media/IMAGO/HMB Media

Rafael Borré lief in der 25. Minute nach einem Patzer von Niklas Kolbe alleine auf Ramon Castellucci, traf aber nur den Pfosten.

Deniz Aytekin hatte mit der Partie keine Probleme. Zur Pause stand es 0:2.

© IMAGO/Jan Huebner/IMAGO/Jan Huebner

Deniz Aytekin hatte mit der Partie keine Probleme. Zur Pause stand es 0:2.

Der Beginn der zweiten Halbzeit verzögerte sich, da beide Fanlager ...

© IMAGO/Hartenfelser/IMAGO/Peter Hartenfelser

Der Beginn der zweiten Halbzeit verzögerte sich, da beide Fanlager ...

... die Pyrotechnik auspackten.

© IMAGO/Jan Huebner/IMAGO/Jan Huebner

... die Pyrotechnik auspackten.

Die Kickers um Lukas Kiefer legten ähnlich wie in der ersten Hälfte gut und engagiert los.

© IMAGO/Jan Huebner/IMAGO/Jan Huebner

Die Kickers um Lukas Kiefer legten ähnlich wie in der ersten Hälfte gut und engagiert los.

Luigi Campagna und seine Blauen hatten in der zweiten Halbzeit mehr vom Spiel, erspielten sich aber keine richtig guten Chancen.

© Pressefoto Baumann/Volker Müller

Luigi Campagna und seine Blauen hatten in der zweiten Halbzeit mehr vom Spiel, erspielten sich aber keine richtig guten Chancen.

Es sollte kein Tor mehr fallen. Es blieb beim 0:2.

© Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Es sollte kein Tor mehr fallen. Es blieb beim 0:2.

Zum Artikel

Erstellt:
18. Oktober 2022, 20:10 Uhr
Aktualisiert:
18. Oktober 2022, 21:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen